Kontaktnachverfolgung stößt an Grenzen

Kontaktnachverfolgung stößt an Grenzen

Die Mediziner im öffentlichen Gesundheitswesen können bei sprunghaften Anstiegen der Corona-Neuinfektionen mancherorts eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung kaum mehr bewältigen. Im Bereich einiger Gesundheitsämter stiegen die Zahlen binnen eines Tages derzeit um bis zu 100 Fälle, sagte Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, am Freitag im Deutschlandfunk. "So schnell, wie die Zahlen momentan ansteigen, so schnell kann man gar nicht mit dem Personal nachlegen", sagte sie.

Schon vor der Pandemie seien die deutschen Gesundheitsämter personell schlecht aufgestellt gewesen. Das habe sich während der ersten Welle im Frühjahr durch kurzfristig entsandte Hilfskräfte nur zeitweise geändert. "Die sind dann im Sommer wieder an ihre normalen Arbeitsplätze zurückgekehrt, so dass wir jetzt quasi wieder das Problem haben wie zu Beginn der Pandemie", sagte Teichert

Nach einem Bericht der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag) sind derzeit knapp 2.000 Angehörige aus allen Bereichen der Bundeswehr im Corona-Einsatz. Sie gehörten dem Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona" an, das im Frühjahr aufgestellt worden sei und mit seinen vier regionalen Führungsstellen über insgesamt 15.000 Soldaten verfüge. Vor allem Gesundheitsämtern werde nach Angaben des Verteidigungsministeriums geholfen: Auf der Grundlage von 112 Amtshilfeanträgen aus allen 16 Bundesländern seien 1.561 Soldaten in 137 Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, zur Entnahme von Abstrichen und an Teststationen eingesetzt.

Das Robert Koch-Institut meldete am Freitagmorgen für den Vortag bundesweit 11.242 Corona-Neuinfektionen. Damit lag die Zahl den zweiten Tag in Folge über 11.000. 49 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 9.954.

epd kfr

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