Hilfsprojekt beendet: 19 Obdachlose müssen wieder auf die Straße

Hilfsprojekt beendet: 19 Obdachlose müssen wieder auf die Straße

Diakonie und Caritas haben gegen die Beendigung eines Modellprojektes zur Unterbringung obdachloser Menschen durch die Stadt Hannover protestiert. Den Wohnungslosen werde dadurch ein wichtiger Schutzraum vor Kälte und Ansteckung genommen, erklärten die beiden Wohlfahrtsverbände am Mittwoch: "Der Winter steht vor der Tür, die kalte Jahreszeit ist für die Obdachlosen eine große Herausforderung."

Nach Angaben von Caritas-Projektleiterin Ramona Pold müssen 19 verbliebene Bewohner nun auf die Straße entlassen werden. Diakonie und Caritas forderten daher die nahtlose Fortführung des Projektes. Beide Verbände seien weiter bereit, sich zu beteiligen.

Die Menschen bräuchten einen Raum mit menschenwürdiger Unterbringung und Betreuung, hieß es. Sie müssten auch weiterhin vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden. Eine Fortsetzung im Jahr 2021 wie von Stadt und Region derzeit vorgesehen, sei zu spät.

Das Projekt, das die Stadt gemeinsam mit der Region Hannover und dem Land Niedersachsen finanziert hatte, läuft am Donnerstag aus. Es war ursprünglich zum Schutz obdachloser Menschen vor einer Corona-Infektion gedacht. Im April kamen zunächst rund 100 Obdachlose in einer damals leerstehenden Jugendherberge unter, betreut von Diakonie und Caritas. Im Juli wurde das Projekt in einem Naturfreundehaus sowie in einem Hotel in der City mit 66 Menschen fortgesetzt.

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