Liedermacher Rainald Grebe wird oft für Ostler gehalten

Liedermacher Rainald Grebe wird oft für Ostler gehalten

Der in Köln geborene Liedermacher Rainald Grebe wird nach eigener Aussage in der Öffentlichkeit häufig als Kind der DDR wahrgenommen. Viele Menschen glaubten, dass er aus dem Osten sei, sagte Grebe der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" (Dienstag): "Die haben mich für einen Thüringer gehalten." Grebe, der 1991 aus Westdeutschland in den Ostteil Berlins zog und inzwischen auch in der Uckermark wohnt, wurde unter anderem durch das Lied "Brandenburg" von 2005 bekannt, in dem er das Bundesland als verlassene Region besingt.

Zu seinen ersten Erlebnissen mit Ostdeutschen gehöre, dass er 1991 von seinem Vermieter ausgenommen worden sei, sagte Grebe: "Mich als Wessi haben sie gleich über den Tisch gezogen. Ich musste als Untermieter 150 Mark bezahlen, mein ostdeutscher Vermieter hat die Wohnung für nur 30 Mark bekommen."

Berlin-Mitte sei nach seinem Eindruck heute die Gegend, die sich deutschlandweit am meisten gemischt habe. "Dort gab es damals noch alte versoffene Menschen", sagte Grebe. "Heute höre ich viel Dänisch, Spanisch und Englisch." Die DDR sei in seinem Umfeld in Westdeutschland damals kein Thema gewesen, sagte der Künstler: "Das Land wurde bei uns in Köln verschwiegen."

Mit seiner aus der DDR stammenden Lebensgefährtin gebe es keine nennenswerten Ost-West-Konflikte, betonte Grebe: "Sie würde nie zu McDonald's gehen. Ich bin da trotzdem manchmal, wie früher in Köln." Seine Lebensgefährtin habe einen kirchlichen Hintergrund, "in diesem Punkt mag sie die Kultur der Amerikaner nicht und lehnt den Konsum ab", sagte Grebe: "Dann gehe ich eben alleine zu McDonald's."

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