Amnesty stellt Arbeit in Indien wegen Repressalien ein

Amnesty stellt Arbeit in Indien wegen Repressalien ein

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ihre Arbeit in Indien wegen der Repressalien der Regierung gestoppt. Weil die Behörden die Bankkonten eingefroren hätten, hätten Mitarbeiter entlassen und alle Kampagnen eingestellt werden müssen, teilte die internationale Zentrale der Organisation am Dienstag in London mit. Amnesty warf der indischen Regierung eine Hexenjagd gegen Menschenrechtsorganisationen vor.

Die indische Amnesty-Sektion beklagte einen Ansturm von Angriffen, Belästigungen und Schikanen gegen sie, der von der Regierung sehr systematisch geführt werde. Die Menschenrechtler führen dies auf Untersuchungen zum Polizeiverhalten während religiös motivierter Unruhen in Delhi und zur Unterdrückung im indischen Teil von Kaschmir zurück. Die Menschenrechtsorganisation will sich gerichtlich wehren.

Amnesty hatte bereits 2009 seine Arbeit in Indien zeitweise eingestellt, weil die Regierung der Menschenrechtsorganisation Verstöße gegen die zunehmend strengen Regularien für nichtstaatliche Organisationen vorwarf. Besonders heikel ist Finanzierung aus dem Ausland. Seit dem Amtsantritt der hindu-nationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi 2014 wurde der Druck auf Menschenrechtsorganisationen und andere Regierungskritiker weiter verstärkt.

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