Liebig an Spitze der Evangelischen Landeskirche Anhalts gewählt

Liebig an Spitze der Evangelischen Landeskirche Anhalts gewählt
Der Kirchenpräsident bleibt, die Herausforderungen auch: Auf der zweitägigen Synode der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist Joachim Liebig mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt worden.

Zerbst (epd). Joachim Liebig bleibt für weitere sechs Jahre an der Spitze der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Mit großer Mehrheit wählte die Landessynode den 62-Jährigen am Samstag auf ihrer außerplanmäßigen Tagung in Zerbst erneut zum Kirchenpräsidenten. Für die Wiederwahl Liebigs stimmten 34 von 36 Synodalen. Es gab eine Enthaltung und eine Nein-Stimme. Für die Wahl hätte eine Stimmenzahl von 20 genügt. Liebig hatte sich als einziges Mitglied des Landeskirchenrates und als einziger Kandidat der Wiederwahl als Leitender Geistlicher der Landeskirche gestellt.

Liebig betonte, dass die anhaltische Kirche trotz aller Schwierigkeiten in der Lage sei, auch künftig ihre Funktionalität zu erhalten. Seit mehreren Jahren arbeitet die Landeskirche an Strukturreformen. Dabei arbeiten Mitarbeiter in den Gemeinden in einem sogenannten Verbundsystem zusammen. Den Herausforderungen der Corona-Krise sei man bislang verantwortungsbewusst und angemessen begegnet, so Liebig. Er dankte allen Mitarbeitern in den Gemeinden, Diensten und Werken: "Es war eine extreme Belastung und sie wird es weiterhin bleiben, unter diesen sehr erschwerten Bedingungen kirchliches und diakonisches Leben zu gestalten."

Nun müsse es darum gehen, kirchliches Leben so schnell wie möglich wiederzubeleben. Die Digitalisierung habe sich auch in der Kirche enorm beschleunigt, sagte Liebig, betonte aber: "Kirche lebt wesentlich aus der analogen Begegnung." Das Miteinander im Gottesdienst oder in Gemeindegruppen sei durch kein digitales Format zu ersetzen. Es müsse kritisch geprüft werden, welche digitalen Ergänzungen sinnvoll seien. Zudem müsse es darum gehen, die Menschen in den Regionen zu erreichen.

Liebig amtiert als Kirchenpräsident seit Januar 2009. Nun steht seine dritte Amtszeit an. Die landeskirchliche Dezernentin für die Bereiche Bildung, Gemeindepädagogik und Kirchenmusik, Oberkirchenrätin Ramona Eva Möbius, kandidierte nicht erneut. Ihre Dienstzeit endet damit zum Jahresende. Der Landeskirchenrat ist das administrative Entscheidungsgremium der Landeskirche. Ihm gehören normalerweise drei Mitglieder an. Die dritte Stelle ist nach dem Rücktritt von Rainer Rausch vor zwei Jahren vakant. Weitere Entscheidungsgremien sind die Landessynode sowie die Kirchenleitung. Mit 29.770 Mitgliedern ist die Landeskirche Anhalts die kleinste evangelische Landeskirche in Deutschland.

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