Studie: Notfallbetreuung bedeutete hohe Belastung für Kita-Kräfte

Studie: Notfallbetreuung bedeutete hohe Belastung für Kita-Kräfte

Für die Erzieherinnen in Kindertagesstätten war die Notbetreuung in der ersten Hochphase der Corona-Pandemie einer Studie zufolge sehr belastend. Die Kita-Leitungen seien in einer unsicheren Lage mit einer Vielzahl organisatorischer Herausforderungen konfrontiert worden, teilte das Deutsche Jugendinstitut (DJI) am Freitag in München mit. Die Ergebnisse sind Teil des ersten Quartalsberichts der bundesweiten Corona-Kita-Studie und beruhen auf einer nicht-repräsentativen Umfrage unter 83 Kitas zu ihren Erfahrungen mit der Notbetreuung im Mai.

Der Lockdown habe die Kindertageseinrichtungen genauso unvorbereitet getroffen wie nahezu alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens, hieß es. Damals wurde eine sogenannte Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen eingerichtet. Auch andere Kinder, darunter solche mit einem besonderen Förderbedarf oder von berufstätigen Alleinerziehenden, durften vereinzelt in den Kindergarten. Konkrete Handlungsanweisungen und Richtlinien für die Gestaltung dieser Betreuung gab es zunächst nicht.

In rund der Hälfte der befragten Kitas kam es am Anfang zu erheblichen Schwierigkeiten, besonders in Bezug auf die Auswahlkriterien. Eltern hätten diese teilweise nicht verstanden, besonders wenn sie sich selbst als systemrelevant einschätzten. Unklarheit habe zudem über die Fortzahlung der Kita-Gebühren geherrscht. Dies habe mehrere Leitungen überfordert. "Einerseits wurden sie mit den Ansprüchen unzufriedener und in Notlagen befindlicher Eltern konfrontiert, andererseits erhielten sie ihren Angaben zufolge sowohl von Trägerseite als auch von der Politik zu wenig Unterstützung", heißt es in dem Bericht.

Zudem war laut Studie nicht das gesamte Personal verfügbar. Fachkräfte aus der Corona-Risikogruppe oder mit eigenen zu betreuenden Kindern blieben zu Hause. Insgesamt sei das Betreuungsverhältnis zwischen Kindern und Erzieherinnen und Erziehern dennoch besser gewesen als im Regelbetrieb. Die Kita-Leitungen berichteten außerdem von Ängsten vor Infektionen unter den Angestellten und dem Wunsch nach mehr Anerkennung. Gleichzeitig seien die Motivation und das Engagement groß gewesen.

Mit der Corona-Kita-Studie erforschen das Deutsche Jugendinstitut und das Robert Koch-Institut aus sozialwissenschaftlicher und medizinisch-epidemiologischer Sicht, welche Folgen das Coronavirus für Kitas, Kinder, Betreuungspersonen und Eltern hat. Die Erhebung läuft bis Dezember 2021. Finanziert wird die Studie vom Bundesfamilien- und Bundesgesundheitsministerium.

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