Bei Explosion in Beirut auch evangelische Kirche beschädigt

Bei Explosion in Beirut auch evangelische Kirche beschädigt

Bei der verheerenden Explosion in Beirut ist auch eine evangelische Kirche stark beschädigt worden. Betroffen seien die Kirche und die Gemeinderäume der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut (NECB) sowie das Gebäude der Theologischen Hochschule (NEST), teilte die "Evangelische Mission in Solidarität" (EMS) in Stuttgart mit: "Sämtliche Fenster, auch die kostbaren Glasfenster der Kirche, wurden zerstört, einige Decken sind eingestürzt." Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es jedoch keine Nachrichten über Verwundete unter den Angehörigen dieser Einrichtungen, sagte ein Sprecher des Missionswerks am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Es bestehe jedoch große Sorge um die Auswirkungen der Explosion unter den Mitgliedern der Kirche, von denen viele im Zentrum Beiruts leben, teilte das internationale Missionswerk weiter mit. Pfarrer Habib Badr, Leitender Pfarrer der NECB und Vizepräsident der EMS, habe sein Büro gerade verlassen, als durch die Explosion die Decke dort einstürzte. "Der Schaden und die Zerstörung ist unglaublich", erklärte der Pfarrer nach der Explosion.

Am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut war es am Dienstag zu einer massiven Explosion gekommen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA vom Mittwochmorgen kamen dabei mindestens etwa 80 Menschen ums Leben, rund 4.000 wurden verletzt. Die libanesische Zeitung "An-Nahar" berichtete, dass 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat, das im Hafen gelagert war, der Grund für die Detonation waren.

Das Missionswerk erklärte, die aktuellen Entwicklungen kämen zu einer Zeit, in der der Libanon von wirtschaftlicher und politischer Krise, Zahlungsunfähigkeit des Staates, grassierender Armut, Spannungen an der israelisch-libanesischen Grenze und einem starken Anstieg der Covid-19-Infektionen erheblich getroffen sei. "Wir appellieren an alle in der Region, in dieser Situation verantwortlich und im Sinne des Schutzes von Menschenleben zu handeln," erklärte EMS-Generalsekretär Dieter Heidtmann am Dienstagabend.

Die "Evangelische Mission in Solidarität" (EMS) ist mit mehreren kirchlichen Einrichtungen im Libanon eng verbunden. Die Nationale Evangelische Kirche von Beirut (NECB) ist eine EMS-Mitgliedskirche. Die Near East School of Theology (NEST) gilt als wichtigste theologische Ausbildungsstätte der evangelischen Kirchen im Nahen Osten.

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