Kirchliche Friedensgruppen: Massenvernichtungswaffen ächten

Kirchliche Friedensgruppen: Massenvernichtungswaffen ächten

Kirchliche Friedensgruppen haben anlässlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August zur Ächtung aller Massenvernichtungswaffen aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) am Montag in Bonn die Bundesregierung auf, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen und alles dafür zu tun, dass die letzten Atomwaffen in Deutschland in Büchel in der Eifel endlich abgezogen werden. Büchel gilt als der einzige Standort in Deutschland, an dem noch US-Atomwaffen gelagert sein sollen.

Beide Organisationen äußerten ihr Unverständnis darüber, dass sich die Bundesregierung weder an den Verhandlungen über einen Atomwaffenverbotsvertrag beteiligt, noch ihn bisher unterzeichnet habe. "In Sonntagsreden wird immer von der atomwaffenfreien Welt geredet, doch wenn es konkret wird, hält sich die deutsche Regierung zurück, auch zuletzt im UN-Sicherheitsrat", kritisierte AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. Wolfgang M. Burggraf von der EAK fügte hinzu: "Wenn jetzt noch wenige Staaten den Vertrag ratifizieren, ist er geltendes Völkerrecht. Doch dies wird von der Bundesregierung völlig ignoriert." Die Bundesregierung vertritt die Position, dass eine Abrüstung nur mit den Nuklearmächten möglich ist.

"Die vielen Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren mahnen uns, alles zu tun, um eine atomwaffenfreie Welt zu erhalten", erklärte Gildemeister. Burggraf betonte: "Es ist höchste Zeit, dass nach den biologischen und chemischen nun endlich auch die atomaren Massenvernichtungswaffen geächtet werden."

Meldungen

Top Meldung
"Digitaler Kirchgang"
Besucher von Online-Gottesdiensten wünschen sich auch über die Corona-Pandemie hinaus weiterhin digitale Angebote. Dies ergab eine Studie im Auftrag mehrerer evangelischer Landeskirchen mit knapp 5.000 Befragten.