Kirchen-Weltbünde verurteilen Pläne zur Annexion des Westjordanlands

Kirchen-Weltbünde verurteilen Pläne zur Annexion des Westjordanlands

Die großen kirchlichen Weltbünde haben die Pläne der israelischen Regierung zur Annexion palästinensischer Gebiete Anfang Juli scharf kritisiert. Ein solcher Akt würde alle Anstrengungen für Frieden und Gerechtigkeit in der Region untergraben, heißt es in einer am Montag in Genf veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, des Lutherischen Weltbundes sowie des humanitären Netzwerkes ACT Alliance.

"Wir appellieren dringend an die Staatengemeinschaft, gegen dieses einseitige Vorhaben vorzugehen", heißt es weiter. Die Annexion dieser Gebiete sei ein Akt der Gewalt gegen internationales Recht und stehe im Gegensatz zu internationalen Abkommen und gegen Resolutionen der UN-Vollversammlung und des Sicherheitsrates, warnen die religiösen Organisationen. Ein derartiges Vorgehen wäre auch ein Verstoß gegen ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 2004 und der vierten Genfer Konvention von 1949, hieß es weiter.

Die neue Bedrohung festige und verschlimmere die fortwährende Besatzung, die schon viel zu lange die Rechte und die Zukunft des palästinensischen Volkes beeinträchtige, erklären die vier Organisationen. Sie erklärten sich solidarisch mit "den Klagen aller Menschen guten Willens, aller Palästinenser und Israelis, die in und an dem Konflikt leiden". Besonders seien die Palästinenser betroffen. Sie lebten unter einem Besatzungs-Regime und mit der Gaza-Blockade.

Zwar habe die Krise im Nahen Osten historische und durchaus komplexe Wurzeln, räumen die Weltbünde ein. Aber sie sei auch ein Ergebnis einseitiger Aktionen, eines Machtungleichgewichts und des Einsatzes von Gewalt. Eine Lösung müsse durch Dialog und Verhandlung gefunden werden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte mit seiner Ankündigung, Teile des Westjordanlands zu annektieren, bereits international Kritik ausgelöst.

epd cez/her fu

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