"Brot für die Welt" fordert bessere EU-Flüchtlingspolitik

"Brot für die Welt" fordert bessere EU-Flüchtlingspolitik

Berlin (epd). Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, hat eine neue EU-Flüchtlingspolitik gefordert. Sie erwarte, dass die Bundesregierung die EU-Ratspräsidentschaft nutze, um "ganz entschiedene Schritte" dafür einzuleiten, sagte die Theologin am Samstag zum Weltflüchtlingstag im Berliner RBB-Inforadio. Faire Asylverfahren und eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen müssten europaweit durchgesetzt werden. Deutschland übernimmt die Ratspräsidentschaft am 1. Juli.

Sie erwarte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), "dass sie sich tatsächlich für ein gerechteres und gemeinsames europäisches Asylsystem einsetzt", sagte Füllkrug-Weitzel, die im kommenden Monat turnusgemäß Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung wird. Deutschland müsse dafür während der EU-Ratspräsidentschaft "entschiedenen politischen Willen zeigen" und "gute politische Allianzen knüpfen". Der Zugang zu Europa müsse für Flüchtlinge erhalten bleiben, das Asylthema dürfe nicht in Drittstaaten ausgelagert werden.

Es müsse einen "klaren Mechanismus zur Verteilung von Flüchtlingen geben, die über das Mittelmeer kommen", forderte die 65-jährige Präsidentin von "Brot für die Welt" und Diakonie Katastrophenhilfe. Die Politik dürfe bei dem Thema "nicht jedes Mal neu anfangen, zu verhandeln", sagte Füllkrug-Weitzel: "Das kostet Menschenleben."

Zugleich begrüßte sie die angekündigte Aufnahme von rund 900 Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern in Deutschland. Es sei jedoch dramatisch, dass mehr als 30.000 Menschen weiter in den überfüllten Lagern bleiben müssten, sagte die Theologin.