Unicef: Globale Bildungskrise durch Schulschließungen verschärft

Unicef: Globale Bildungskrise durch Schulschließungen verschärft

Annähernd 1,2 Milliarden Kinder weltweit können laut Unicef wegen der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen. Da viele von ihnen keinen Zugang zu Internet oder anderen Medien hätten, um selbstständig mit dem Schulstoff weiterzumachen, werde das die globale Bildungskrise noch verschärfen, erklärte das Kinderhilfswerk am Freitag. "Der Zugang zu Technologie und dem nötigen Material, um die Zeit der Schulschließung zu überbrücken, ist hoffnungslos ungleich verteilt", sagte Unicef-Bildungschef Robert Jenkins.

In 71 von 127 analysierten Ländern hat laut Unicef weniger als die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu Internet. Gleichzeitig verwendeten fast drei Viertel der Regierungen Online-Plattformen für die Übermittlung von Lernstoff während der Schulschließungen.

Auch über Fernsehen werde viel Material übermittelt, obwohl viele Kinder kein TV-Gerät haben. In Europa und Zentralasien benutzten 90 Prozent das Medium, in Mittelamerika und der Karibik 77 Prozent und in Südamerika gar 100 Prozent der Bevölkerung. Doch in Afrika südlich der Sahara herrsche eine große Ungleichheit. So habe beispielsweise nur einer von 100 Haushalten in ländlichen Regionen im Tschad einen Fernseher, in der Stadt hingegen einer von drei. Auch die Bildungsprogramme über Radio erreichten sehr unterschiedlich viele Kinder.

Doch es gebe auch positive Beispiele, erklärte Unicef. Viele Länder hatten ihr Bildungssystem angepasst, damit die Kinder weiter lernen könnten. So hätten Kinder in Somalia solarbetriebene Tabletts erhalten. Und in Jamaika werde Unterricht über das staatliche Radio und Fernsehen sowie über Online-Plattformen und WhatsApp übermittelt.

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