Tausende demonstrieren bei Aktionstag für humane Flüchtlingspolitik

Tausende demonstrieren bei Aktionstag für humane Flüchtlingspolitik
Die überfüllten Flüchtlingslager in Griechenland evakuieren und eine humanitäre Katastrophe angesichts der Coronakrise verhindern: Tausende Menschen gehen bei europaweitem Aktionstag der "Seebrücken"-Bewegung in Deutschland auf die Straße.

Tausende Menschen haben am Wochenende in Deutschland für eine Evakuierung der Flüchtlingslager an den EU-Außengrenzen und die Aufnahme geflüchteter Menschen angesichts der Corona-Krise demonstriert. An einem europaweiten Aktionstag des Bündnisses "Seebrücke" beteiligten sich am Samstag Gruppen in 38 deutschen Städten mit Kundgebungen, Menschenketten, Mahnwachen und weiteren Aktionen. In Berlin fand die Kundgebung unter dem Motto "LeaveNoOneBehind" (Niemanden zurücklassen) am Sonntag statt, auch in sieben weiteren EU-Staaten gab es Protestaktionen.

Alle Veranstaltungen seien friedlich und unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie verlaufen, sagte eine "Seebrücke"-Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei jeder der Kundgebungen gingen nach ihren Angaben mehrere hundert Menschen auf die Straße. Unter anderem beteiligten sich in Hamburg, Kiel und Münster jeweils mehr als 300 Menschen.

Redner forderten insbesondere eine Räumung der überfüllten Lager in Griechenland, in denen wegen der Corona-Pandemie eine humanitäre Katastrophe drohe. Außerdem müssten sichere Fluchtwege eingerichtet, zivile Seenotrettung unterstützt und geflüchtete Menschen in Deutschland aufgenommen werden.

Obwohl sich über 150 Städte als "sichere Häfen" zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt hätten, habe die Bundesregierung bislang lediglich 47 Minderjährige aus dem Lager Moria auf Lesbos nach Deutschland geholt, kritisierte das "Seebrücke"-Bündnis. Die von Dutzenden Organisationen, Bündnissen und Akteuren unterstützte Bewegung wurde 2018 gegründet, nachdem ein Seenotrettungsschiff mit über 200 Flüchtlingen an Bord tagelang auf dem Mittelmeer kreuzen musste, weil kein europäischer Hafen eine Anlegeerlaubnis geben wollte.

Zu den weiteren Themen der Kundgebungen gehörten die Verhältnisse in Sammelunterkünften, ein Recht auf Familiennachzug, deutsche Waffenexporte und Klimagerechtigkeit. Aktionen fanden unter anderem in Bonn, Dortmund, Köln, Hamburg, Hannover, Leipzig und Frankfurt am Main statt. In Münster gab es gleich vier Kundgebungen im Stadtgebiet.

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