Rettungsschiff "Alan Kurdi" nimmt 150 Flüchtlinge aus Seenot an Bord

Rettungsschiff "Alan Kurdi" nimmt 150 Flüchtlinge aus Seenot an Bord

Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" hat vor der libyschen im Mittelmeer 150 Flüchtlinge aus Seenot an Bord genommen. Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye appellierte am Montagabend an das Auswärtige Amt, für die Geretteten Verantwortung zu übernehmen. "Es muss doch vorstellbar und menschenmöglich sein, eine Maschine für 150 Schutzsuchende nach Südeuropa zu senden, um die Menschen unverzüglich zu evakuieren", betonte die Organisation. Die Bundesregierung habe schließlich mehr als 200.000 Menschen wegen der Corona-Krise aus dem Ausland zurückgeholt.

Nach Angaben von Sea-Eye saßen die Flüchtlinge am Montag ohne Rettungswesten in zwei überfüllten Holzbooten. Bei der ersten Rettungsaktion am Vormittag seien von einem libysch beflaggten Schiff Warnschüsse abgegeben worden, woraufhin einige Menschen ins Wasser gesprungen seien. Nachdem sich die Lage beruhigt habe, seien alle 68 Personen mit Schwimmwesten versorgt und gerettet worden.

Noch während der ersten Rettung sei ein weiterer Seenotfall weiter nördlich gemeldet worden. Auch dieses überfüllte Holzboot mit 82 Menschen an Bord, darunter auch Kinder, sei am Montag evakuiert worden. Ein italienisches Versorgungsschiff habe wenige Stunden zuvor die Rettung verweigert, hieß es. Welchen Hafen die "Alan Kurdi" mit 150 Flüchtlingen an Bord anlaufen kann, sei weiter unklar.

Italienische und maltesische Ministerien hätten gegenüber dem Auswärtigen Amt klargestellt, dass man einer Ausschiffung von geretteten Personen auch dann nicht zustimmen würde, wenn die Verteilung der Geretteten geregelt würde, hieß es laut Mitteilung. Als Begründung gaben die beiden Küstenstaaten laut Sea-Eye den gesundheitlichen Notstand im eigenen Land an.

Das Bundesinnenministerium wiederum habe Sea-Eye gebeten, während der Corona-Krise keine Fahrten aufzunehmen und bereits gestartete Schiffe zurückzurufen. Zu diesem Zeitpunkt sei die "Alan Kurdi" aber bereits seit einer Woche im Einsatz gewesen, teilte Sea-Eye mit.

epd lbm/et

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