Weltfrauentag: Demos für mehr Gleichberechtigung in Kirche

Weltfrauentag: Demos für mehr Gleichberechtigung in Kirche
Sternmärsche, Mahnwachen, Gottesdienste - Zum Weltfrauentag forderten zahlreiche Veranstaltungen gleiche Rechte für Frauen in der katholischen Kirche. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen.

Mehr Gleichberechtigung für Frauen in der katholischen Kirche haben am Sonntag Menschen auf zahlreichen Demonstrationen und Mahnwachen gefordert. In Nordrhein-Westfalen gab es unter anderem in Köln und Münster Sternmärsche mit insgesamt mehr als 1.000 Demonstranten. In Münster versammelten sich rund 600 Menschen vor dem Dom, in Köln demonstrierten rund 700 Menschen ebenfalls vor dem Dom. Weitere Aktionen waren unter anderem in Xanten und in München angekündigt.

"Wir stehen auch in 2020 wieder für eine Kirche, in der Frauen Führungsaufgaben übernehmen und mit ihren Berufungen ernst genommen werden", erklärte die Reformbewegung Maria 2.0. Am Weltfrauentag sollten Frauen und Männer weltweit ihre Stimme für eine geschwisterliche und geschlechtergerechte Kirche erheben. Angestoßen hatten die Aktionen unter anderem die Reformgruppe Maria 2.0 und die Katholische Frauengemeinschaft kfd. International hatte das Bündnis "Catholic Women's Council" zu Demonstrationen aufgerufen.

In Köln forderte die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) in ihrem Grußwort die Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche: "Ohne Ämter sind die Frauen nur Katholiken zweiter Klasse", kritisierte sie. Dass Frauen nicht geweiht würden, sei nicht durch die Bibel erklärbar sondern nur durch die Starrsinnigkeit einiger Männer, die darüber entschieden. Die Reformbewegung Maria 2.0 habe weltweit die Menschen begeistert. In zahlreichen Städten auf allen Kontinenten würde an dem Tag für Würde und Gleichberechtigung demonstriert. Bei der Kundgebung mit "Gesang und Gebet" gab es neben zahlreichen Liedern auch geistliche Impulse.

Rotraut Röver-Barth, Kölner Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauen-Bundes, äußerte sich enttäuscht, dass sich auch nach der Amazonas-Synode an der Stellung der Frau in der katholischen Kirche nichts geändert habe. Die Kirche dürfe nicht auf die "weiblichen Charismen, Spiritualitäten und Begabungen" verzichten. Männer dürften nicht entscheiden, ob eine Frau ein Amt bekleiden dürfe.

In Münster unterstrich die Gründerin der dortigen Maria 2.0-Initiative, Andrea Voß-Frick, dass die katholische Kirche an die Gleichstellung in den eigenen Reihen erinnert werden müsse. Die katholische Kirche sei als weltweite Institution in einer großen Verantwortung, sich für die Gleichberechtigung weitweit einzusetzen. Lisa Kötter, ebenfalls Mitbegründerin von Maria 2.0 in Münster, zog ein positives Fazit der Aktionen. Millionen Frauen auf fünf Kontinenten und den Hauptstädten der Welt waren mit derselben Botschaft unterwegs". Auch in Hagen hätten sich Frauen beteiligt.

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