Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland gefordert

Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland gefordert

Vertreter von evangelischer Kirche, Kommunen und Flüchtlingshilfe fordern die rasche Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern in Deutschland. Die Bundesländer sollten in Eigenverantwortung Landesaufnahmeprogramme starten können, erklärten die Teilnehmer einer Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Bewegung "Seebrücke" sowie verschiedener Städte und Länder am Freitag in Griechenland. Aktuell seien solche Programme für unbegleitete Minderjährige aus Griechenland in Berlin, Bremen, Thüringen und Hamburg in der Diskussion. Die Bundesregierung dürfe diese Bemühungen nicht blockieren, hieß es.

Die Delegation besuchte am Freitag unter anderem das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Die Teilnehmer drangen auf eine schnelle Familienzusammenführung von Schutzsuchenden in Griechenland mit ihren Verwandten in Deutschland. Zudem sprachen sie sich für die sofortige Aufnahme aller unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge durch EU-Staaten aus. Deutschland solle hier vorangehen.

Die Delegation betonte, dass die Flüchtlinge das Recht auf eine angemessene Unterbringung und ein faires Asylverfahren hätten. Nötig sei eine Neuausrichtung des europäischen Asylsystems, die sich nicht an dem EU-Türkeiabkommen orientieren dürfe.

Die Reiseteilnehmer zeigten sich bestürzt über die Zustände im Flüchtlingslager Moria. Menschen müssten in bitterer Kälte schlafen. "Es fehlt an medizinischer Versorgung, an Nahrungsmitteln, dem Allernötigsten zum Überleben", hieß es.

Die Reise dauert bis Samstag. Der Delegation gehört unter anderen der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Martin Dutzmann, an.