Menschenrechtler werfen Kameruns Armee Massaker vor

Menschenrechtler werfen Kameruns Armee Massaker vor

Die kamerunische Regierung hat Vorwürfe von Menschenrechtlern zurückgewiesen, für ein Massaker im unruhigen englischsprachigen Landesteil verantwortlich zu sein. Ursache für den Tod von mehreren Zivilisten seien Kämpfe mit Rebellen gewesen, erklärte die Regierung laut einem Bericht des britischen Senders BBC vom Donnerstag. Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" hatte zuvor beklagt, die Armee habe beim Angriff auf ein Dorf mindestens 21 Menschen, darunter 13 Kinder und eine schwangere Frau, getötet.

Dem Bericht zufolge hat die Armee zusammen mit einer Miliz Mitte Februar das Dorf Ngarbuh im Westen des Landes angegriffen, Häuser niedergebrannt und Bewohner misshandelt. "Die grausame Ermordung von Zivilisten, einschließlich Kindern, sind ungeheure Verbrechen, die untersucht und geahndet werden müssen", sagte Ilaria Allegrozzi von "Human Rights Watch". Die Regierung räumte den Tod von fünf Menschen ein, erklärte jedoch, diese seien nicht gezielt, sondern bei einer Explosion bei Kämpfen mit Rebellen getötet worden.

Teile Kameruns werden seit Jahren von Unruhen erschüttert. Im Westen des Landes kämpfen militante Separatisten der englischsprachigen Minderheit gegen die Regierung von Präsident Paul Biya. Ihm werden Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung von Kritikern vorgeworfen. Etwa 80 Prozent der 24 Millionen Kameruner sind französischsprachig.

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