Linken-Abgeordnete: Sprengstoff in Nordthüringer KZ-Gedenkstätte

Linken-Abgeordnete: Sprengstoff in Nordthüringer KZ-Gedenkstätte

Ein im Januar im Eingangsbereich der Thüringer Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefundenes verdächtiges Paket soll Sprengstoff enthalten haben. Prüfungen hätten ergeben, dass es sich offenbar tatsächlich um zündfähiges Material gehandelt habe, teilte die Thüringer Linken-Landtagsabgeordnete Katja Mitteldorf am Donnerstag in Erfurt mit. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

Noch bleibe abzuwarten, ob es den Behörden möglich sein werde, Ermittlungsergebnisse zu Personen, dem Zeitpunkt des Ablegens oder den genauen Hintergründen zu erhalten, sagte die Linken-Politikerin. "Dennoch müssen wir feststellen, dass dies der erste Fund solch massiver Art auf einem Gedenkstättengelände ist." Das sei schockierend.

Bereits die wiederholten Schändungen in Mittelbau-Dora, aber auch anderer Gedenkstätten, zeigten der Gesellschaft, dass Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit gegenüber Antisemitismus und Rassismus als demokratischer Konsens verteidigt werden müsse. Ein Sprengstoff-Fund an einem für Deutschland so wesentlichen Erinnerungsort sei eine weitere, beängstigende Steigerung.

Das Konzentrationslager Dora war am 28. August 1943 bei Nordhausen als Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet und im Herbst 1944 als KZ Mittelbau reorganisiert worden. In dem KZ waren etwa 60.000 Häftlinge aus 48 Nationen inhaftiert. Ein Drittel starb wegen der inhumanen Arbeits- und Lebensbedingungen etwa bei der Produktion von V2-Raketen in unterirdischen Stollen.

Meldungen