Missbrauchsvorwürfe: Bistum Hildesheim beurlaubt Priester

Missbrauchsvorwürfe: Bistum Hildesheim beurlaubt Priester

Das katholische Bistum Hildesheim hat gegen einen Priester wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Zugleich habe Bischof Heiner Wilmer den Mann beurlaubt, wie das Bistum am Freitag in Hildesheim mitteilte. Dem Priester werde vorgeworfen, in den 1980er Jahren sexualisierte Gewalt gegen eine junge Frau ausgeübt zu haben. Die Betroffene, damals im Alter von 15 bis 18 Jahren, habe die Vorfälle im November gemeldet.

Im Zuge einer kirchenrechtlichen Voruntersuchung werde ein pensionierter Berufsrichter, der von der Kirche unabhängig sei, den Priester zu den Missbrauchsvorwürfen befragen, hieß es. Die Voruntersuchung solle ergeben, ob ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet werden könne. Für die Dauer der Prüfung bleibe der Priester beurlaubt. Er habe vorab selbst um seine Beurlaubung gebeten. Um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und des Beschuldigten zu schützen, würden derzeit keine weiteren Einzelheiten bekanntgegeben.

Im Bistum Hildesheim unter der Leitung des Bischofs Heiner Wilmer leben rund 600.000 Katholiken. Nach einer Studie waren dort in den vergangenen Jahrzehnten mindestens 153 Menschen Opfer von sexualisierter Gewalt. Beschuldigt wurden 46 Priester, von denen weit über 30 bereits verstorben sind. Das Bistum hat für Betroffene Ansprechpersonen benannt. Bei einer von ihnen hat sich den Angaben zufolge auch die Frau gemeldet.

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