Masernepidemie auf Samoa: Jeder Vierzigste infiziert

Masernepidemie auf Samoa: Jeder Vierzigste infiziert

Auf Samoa wütet die schwerste Masern-Epidemie seit Jahren. Fast 2,5 Prozent der Bevölkerung sei mit dem Virus infiziert, sagte der Sprecher des UN-Nothilfebüros, Jens Laerke, am Dienstag in Genf. Das seien 4.819 von etwa 200.000 Einwohnern der Inselrepublik im Südpazifik. Alleine in den vergangenen 24 Stunden seien 87 neue Fälle hinzugekommen. 70 Erkrankte seien gestorben, unter ihnen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 61 Kinder. Beide Organisationen versuchten gemeinsam mit der Regierung, dem Ausbruch mit Impfungen Herr zu werden, so Laerke.

Seit der Verhängung des Ausnahmezustands am 15. November wurden demnach 90 Prozent der Bevölkerung im Alter von sechs Monaten bis 60 Jahren gegen Masern geimpft. Dafür und für weitere Maßnahmen seien 2,6 Millionen US-Dollar aus dem UN-Nothilfefonds bereitgestellt worden. Masernausbrüche wurden auch von Tonga, Fiji und Amerikanisch-Samoa gemeldet.

Die WHO hatte in der vergangenen Woche vor einer Zunahme der Masern weltweit gewarnt, obwohl gegen die Krankheit eine wirksame Impfung vorhanden sei. Masern sind eine durch das Morbilli-Virus ausgelöste, hochansteckende Infektionskrankheit. Medikamente zur Behandlung gibt es nicht. Schutz wird allein durch das Impfen erreicht. Bei Infizierten treten Fieber, Husten, Schnupfen und gelegentlich Gelenkschmerzen auf. Etwas später erscheint ein roter, fleckiger Hautausschlag. Sieben bis acht Prozent der Kranken bekommen Fieberkrämpfe.

In Deutschland kommt es durchschnittlich in einem von 1.000 Fällen zu einer Gehirnentzündung, ähnlich häufig führt die Krankheit zum Tod. Zum Schutz der gesamten Bevölkerung müssen laut Robert Koch-Institut mindestens 95 Prozent der Kinder und Erwachsenen gegen Masern immunisiert sein.

Meldungen

Top Meldung
Mit einem zentralen ökumenischen Gottesdienst in Hannover haben Christen unterschiedlicher Konfessionen am Sonntag die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet.