Evangelische Kirche dringt auf Klimaschutz zur Friedenssicherung

Evangelische Kirche dringt auf Klimaschutz zur Friedenssicherung

Klimaschutz ist nach Auffassung der evangelischen Kirche notwendig zur Friedenssicherung und Konfliktprävention. "Für Frieden in der Welt ist Klimagerechtigkeit eine unabdingbare Voraussetzung", heißt es in einem am Mittwoch auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Dresden verabschiedeten Kundgebungstext. Darin fordert das höchste Gremium der evangelischen Kirche die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag gesetzten Klimaschutzziele entschieden umzusetzen. Die diesjährige Jahrestagung der Protestanten hatte sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Friedensethik befasst. Sie endete am Mittwoch.

Der Klimawandel entziehe Menschen die Lebensgrundlagen, heißt es in dem Text. Das führe zunehmend zu gewaltsamen innerstaatlichen und zwischenstaatlichen Konflikten sowie Migrationsdruck. "Eine gerechtere, ressourcen-schonendere und die Würde aller Menschen achtende Weltordnung ist der wichtigste Beitrag für mehr globale Sicherheit und weniger Konflikte", erklärte das Kirchenparlament. Die Fokussierung auf die Klimagerechtigkeit sei notwendig, sagte die Präses der Synode, Irmgard Schwaetzer, am Mittwoch vor Journalisten.

Die Kundgebung hält am Grundsatz der evangelischen Friedensethik fest, zivilen und gewaltfreien Mitteln der Konfliktlösung den Vorrang vor militärischen Lösungen zu geben. "Der Begriff des 'gerechten Friedens' trägt weiterhin", sagte Schwaetzer. Der Text spreche sich sehr klar für Gewaltfreiheit aus.

Das Dokument enthält zudem die Forderung an die Bundesregierung, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für entwicklungspolitische Maßnahmen auszugeben. Die Forderung orientiert sich an dem Nato-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Verteidigung auszugeben. US-Präsident Donald Trump hatte die Deutschen in der Vergangenheit immer wieder dazu gedrängt, das auch umzusetzen.

An die EU appellierte die EKD-Synode, eine neue Mission zur Seenotrettung zu starten. Die EKD selbst plant zusammen mit einem Verein, im kommenden Jahr ein Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu schicken. Die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch soll das Schiff im Auftrag des Vereins betreiben. Am 3. Dezember startet eine Spendenaktion für das Schiff.

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