Katholische Laien wollen Sondergenehmigung für Frauen-Diakonat

Katholische Laien wollen Sondergenehmigung für Frauen-Diakonat

Die katholische Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" hat die deutschen Bischöfe aufgefordert, beim Papst eine Sondergenehmigung zur Einführung des Diakonats der Frau in Deutschland zu erwirken. Dies könne auf der Grundlage der Beschlüsse der Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer ("Würzburger Synode" 1971-75) bereits jetzt unabhängig von dem geplanten "Synodalen Prozess" erfolgen, heißt es in einer Mitteilung der Bewegung zum Abschluss ihrer Bundesversammlung am Sonntag im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße.

Der für Deutschland geplante "Synodale Weg" wie die derzeit in Rom stattfindende Pan-Amazonien-Synode könne in der weltweiten Kirchenkrise eine mögliche Wendemarke sein. Doch die in der deutschen Bischofskonferenz wie auch im Vatikan immer noch vorhandenen Widerstände gegen grundlegende Reformen in der kirchlichen Machtstruktur gefährdeten die dringend erforderlichen Erneuerungsprozesse, heißt es in der Mitteilung weiter.

Angesichts der "unsäglichen Schließungen und Zusammenlegungen von Pfarreien in allen Bistümern" will die Kirchenvolksbewegung in Zukunft noch stärker die Gemeinden darin unterstützen, selber initiativ zu werden, Verantwortung zu übernehmen und "Kirche vor Ort" zu sein. Zudem will die Bewegung "dringend notwendige Reformprozess einfordern und gestalten" sowie verstärkt die Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen und säkularen Gruppierungen suchen.

Die 44. Bundesversammlung mit mehr als 60 Delegierten stand unter dem Leitwort "In Bewegung bleiben!". Die nächste Bundesversammlung findet vom 6. bis 8. März 2020 in Hofheim am Taunus statt. Die Kirchenbewegung "Wir sind Kirche" ging aus einem 1995 in Österreich gestarteten Kirchenvolksbegehren hervor und setzt sich nach eigenen Angaben für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche auf Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Die Bewegung wurde 1996 in Rom gegründet und ist derzeit in mehr als 20 Ländern vertreten.

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