Bedford-Strohm: Kirchen werden für Orientierung gebraucht

Bedford-Strohm: Kirchen werden für Orientierung gebraucht

Trotz Mitgliederverlusts sind die Kirchen nach Auffassung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, als Ort der Orientierung für die Gesellschaft gleichbleibend wichtig. Menschen suchten nach Orientierung, sagte der bayerische Landesbischof am Mittwoch bei einem Kongress der Unionsfraktion im Bundestag. Wenn man die Frage stelle, wer diese Orientierung leisten könne, lande man zwangsläufig wieder bei den Religionsgemeinschaften.

"Kirchen sind ein Ort, an dem die Reflexion über ethische Fragen zur DNA der Institution gehört", sagte Bedford-Strohm. Zudem versuche die Kirche, diese Fragen plausibel und verständlich zu behandeln.

Auch der katholische Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, warnte davor, in einem stärker werdenden säkularen Umfeld eine Bedrohung zu sehen, plädierte aber auch für Reformen in der katholischen Kirche. Der Missbrauchsskandal zeige, dass "der Schutz des Bestehenden nicht vor gesellschaftlicher Relevanz" stehen dürfe. Dies wäre ein Irrweg, sagte Overbeck, der Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Infolge der Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Diakone diskutieren die deutschen katholischen Bischöfe über Strukturreformen. Dabei geht es unter anderem um bestehende Machtstrukturen und die stärkere Beteiligung von Frauen.

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