Vorsitzender Brühl: Tafeln sind keine Lösung für Armut

Vorsitzender Brühl: Tafeln sind keine Lösung für Armut

Jochen Brühl, Bundesvorsitzender der Tafeln in Deutschland, will Armut und Lebensmittelverschwendung intensiver in die öffentliche Wahrnehmung bringen. In seinem am Mittwoch in Ludwigsburg vorgestellten Buch "Volle Tonne, leere Teller" verweist er darauf, dass die Tafeln, die gegen einen geringen Beitrag gespendete Lebensmittel an Arme abgeben, keine Lösung für Armut und Lebensmittelverschwendung seien. "Sie lindern Probleme, bekämpfen die Folgen", sagte er. Die Ursachen müssten aber von der gesamten Gesellschaft angegangen werden.

Den Angaben zufolge gibt es heute in Deutschland über 940 Tafeln, für die über 60.000 Ehrenamtliche engagiert sind und die jährlich 260.000 Tonnen Lebensmittel retten. Das sei aber nur ein Prozent dessen, was jährlich an Nahrung in Deutschland verschwendet wird.

Der Journalist Heribert Prantl schrieb für das Vorwort des Buches, es "wäre eine Katastrophe, wenn es die Tafeln nicht mehr gäbe. Es ist aber auch eine Katastrophe, dass es sie geben muss. Ein Staat, der tausend Tafeln braucht, ist kein guter Sozialstaat." Es sei ein Zeichen dafür, dass "Not und Bedürftigkeit in Deutschland expandieren".

epd lbw/mj jup

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