Zentralrat der Juden empört über Freilassung nach Messer-Vorfall

Zentralrat der Juden empört über Freilassung nach Messer-Vorfall

Der Zentralrat der Juden hat die Freilassung eines mit einem Messer bewaffneten Mannes nach einem Zwischenfall vor einer Berliner Synagoge am Freitag scharf kritisiert. "Die rasche Freilassung des Täters ist unfassbar", erklärte Präsident Josef Schuster am Montag in Berlin. Er warf der Staatsanwaltschaft vor, "fahrlässig mit einem Anschlagsversuch auf eine Synagoge umgegangen" zu sein und sprach von "Versagen".

An der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin hatte laut Polizeimitteilung ein 23-Jähriger am Freitagnachmittag die Absperrung überstiegen und war mit einem Messer auf die Mitarbeiter des Objektschutzes zugelaufen. Er habe sich geweigert, das Messer fallen zu lassen und mehrfach "mit ruhiger Stimme, vermeintlich in Arabisch" gesprochen.

Mithilfe von Reizstoff wurde er den Angaben zufolge letztlich überwältigt und festgenommen. Weder eine Befragung noch eine Durchsuchung der Wohnung hätten Aufschluss über das Motiv gegeben. Wegen mangelnder Haftgründe sei er am Samstagmorgen wieder aus der Haft entlassen worden, hieß es in der Polizeimitteilung.

"Jetzt bewegt sich ein Mann auf freiem Fuß, von dem eine akute Gefahr ausgeht", kritisierte Schuster. Es sei Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Der Präsident des Zentralrats kritisierte dieses Vorgehen "ausgerechnet in Berlin", wo am 1. September 2018 eine Antisemitismus-Beauftragte der Generalstaatsanwaltschaft berufen wurde. Aufgabe von Oberstaatsanwältin Claudia Vanoni ist es unter anderem, sich mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und jüdischen Institutionen zu vernetzen, für fachlichen Austausch zu sorgen sowie die Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden zu beraten.

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