Tansanischer Bischof fordert weltweit effektiveren Klimaschutz

Tansanischer Bischof fordert weltweit effektiveren Klimaschutz
Deutschland spricht 2019

Der evangelisch-lutherische Bischof Edward Mwaikali aus Tansania hat einen stärkeren Einsatz der westlichen Industrienationen für den Klimaschutz gefordert. "Afrika verliert durch den Klimawandel seine Lebensgrundlagen und Naturschönheiten", sagte er bei einem Partnerschaftstreffen mit einer evangelischen Kirchengemeinde in Regensburg. Der Klimawandel sei in Tansania deutlich spürbar. So gebe es im Sommer zu viel Regen und im Winter sogar Schnee. Wenn Landwirte oder Selbstversorger dann in einem der ärmsten Länder der Welt einen Ernteausfall haben, sei dies existenzbedrohend, sagte er.

Aufgabe der Kirchen sei es, auf solche globalen Ungerechtigkeiten hinzuweisen. "Die Umwelt ist eine Verpflichtung für alle Menschen", sagte der Bischof aus der evangelischen Diözese Konde. An die Deutschen gerichtet sagte er: "Fahrt keine Autos, haltet die Umwelt sauber und setzt euch auf das Fahrrad." Die deutsche Regierung bat er, auf China einzuwirken, das in seiner Heimat mit seinen zahlreichen Industriefirmen zu viel Emissionen verursache. "Ich befürchte, dass mein Land in Zukunft viel unter den Chinesen zu leiden haben wird."

Die tansanische Regierung unter Präsident John Magufuli setze auf eine intelligente Umweltpolitik, so gebe es seit kurzem ein Plastiktütenverbot. Tansania habe zwar noch keine effektive Energieversorgung, aber es werde an Projekten wie großen Wasserkraftwerken gearbeitet, berichtete der Bischof.

Zwischen dem Dekanat Konde-West und der Dreieinigkeitsgemeinde Regensburg besteht seit 2012 eine Partnerschaft. Alle zwei Jahre besuchen sich deutsche und tansanische Gemeindemitglieder, zuletzt reiste eine deutsche Delegation im Frühjahr 2019 nach Konde-West. Die Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias (ELCT) ist mit 6,5 Millionen Mitgliedern eine der größten lutherischen Kirchen der Welt.

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