Union und Grüne gegen Legalisierung von Leihmutterschaften

Union und Grüne gegen Legalisierung von Leihmutterschaften

Union und Grüne haben Forderungen nach einer Legalisierung von Embryonenspenden und Leihmutterschaft in Deutschland zurückgewiesen. Selbst die nichtkommerzielle Leihmutterschaft berge Missbrauchsrisiken und könne dem Wohl von Mutter und Kind entgegenstehen, sagte die Rechtsexpertin der Grünen-Fraktion, Katja Keul, dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag). Die Rechtsexpertin der Union im Bundestag, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), erklärte, die Fraktion wende sich "eindeutig" gegen kommerzielle Leihmutterschaft sowie gegen Eizellspenden. Die Politikerinnen reagierten auf einen Vorstoß der FDP-Rechtsexpertin Katrin Helling-Plahr, die darauf gedrungen hatte, Eizell- und Embryonenspenden samt Leihmutterschaft zu erlauben.

Keul sagte, bei den Grünen sei noch ungeklärt, ob Eizellspenden legalisiert werden sollten. Hier befinde man sich "mitten in der Debatte", sagte sie. Sie räumte ein, dass die Regelungen für Kinderwunschbehandlung und Reproduktionsmedizin teilweise reformbedürftig seien.

Winkelmeier-Becker erklärte, sie wolle sich persönlich "Diskussionen über eng begrenzte, rein altruistisch motivierte Ausnahmen innerhalb verwandtschaftlicher Beziehungen" nicht verweigern. "Voraussetzung wäre, dass sich dafür klare Abgrenzungskriterien finden lassen, die eine Umgehung ausschließen", sagte sie. Dass ein Kind nicht mehr als zwei rechtliche Elternteile haben könne, bezeichnete die Fraktionsexpertin aber als "unverrückbar".

Helling-Plahr hatte am Montag dem "Tagesspiegel" gesagt, das deutsche Embryonenschutzgesetz sei von gestern und müsse reformiert werden. Die deutsche Politik sei hier im Vergleich zu anderen Ländern viel zu zögerlich. Die FDP-Abgeordnete verlangte auch mehr Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen. Zudem sollten künftig bis zu vier Personen gemeinsam Elternverantwortung für ein Kind übernehmen dürfen, sagte sie.

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