Heil kritisiert Entlassung angestellter Lehrer im Sommer

Heil kritisiert Entlassung angestellter Lehrer im Sommer

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Praxis einiger Bundesländer kritisiert, angestellte Lehrer vor den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. "Das halte ich für eine Riesensauerei und übrigens auch für dumm", sagte Heil den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Samstag). "Wir haben einen enormen Lehrermangel, Bundesländer jagen sich gegenseitig das Personal ab." Wenn Lehrer schlechte Bedingungen vorfänden, würden sie abgeschreckt, anstatt sie für den Beruf zu begeistern.

"Ich erwarte, dass die Länder damit grundsätzlich aufhören", sagte Heil. Zugleich erklärte er, viele Bundesländer hätten diese Methode inzwischen abgestellt.

Nach einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit von Dezember 2018 steigt die Arbeitslosigkeit unter Lehrerinnen und Lehrern regelmäßig in den Sommerferien stark an. So haben sich in den vergangenen Sommerferien rund 6.000 Lehrkräfte arbeitslos gemeldet. Nach den Ferien geht die Zahl wieder zurück. Grund dafür dürften befristete Arbeitsverträge sein, die mit Beginn der Sommerferien enden und erst danach erneut geschlossen werden, erklärte die Behörde. Besonders sichtbar sei das Phänomen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Bayern. Ingesamt verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit aber eine leicht rückläufige Tendenz.

Minister Heil erklärte, sein für den Herbst angekündigter Gesetzentwurf zur Eindämmung von willkürlichen Befristungen solle nicht nur für private Unternehmen, sondern auch für den öffentlichen Dienst gelten. "Ich werde keine unterschiedlichen Maßstäbe anlegen", sagte der SPD-Politiker. "Die öffentliche Hand war hier in der Vergangenheit kein Vorbild." Heil kündigte an, er werde auch gegen sogenannte Kettenbefristungen vorgehen. "Eine endlose Aneinanderreihung befristeter Verträge wird es künftig nicht mehr geben", sagte der Minister.

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