Pastorin schlägt "Kirche als rollende Frittenbude" vor

Pastorin schlägt "Kirche als rollende Frittenbude" vor

Im Abschlussgottesdienst des evangelischen Kirchentages hat Pastorin Sandra Bils dafür geworben, in der Kirche neue Wege zu gehen. "Wir leben in Umbruchzeiten", sagte die Pastorin von der ökumenischen Bewegung Kirchehoch2 am Sonntag im Fußballstadion von Borussia Dormund. "Volkskirche bröckelt." Doch mit Vertrauen und Unerschrockenheit aus dem Glauben ließen sich ganz neue und spannende Ideen und Visionen entwickeln, sagte die Theologin aus Hannover. "Vielleicht zeigt sich das in neuen Formen von Kirche: Kirche als rollende Frittenbude - Glaube, Liebe, Currywurst."

Jesus sei für alle da, "bei denen es gerade nicht so läuft im Leben", sagte Bils weiter. "Jesus ist nicht wie der Türsteher vor dem angesagtesten Club der Stadt, der einmal an dir hoch- und runterschaut und dann sagt, 'Nee, sorry, geschlossene Gesellschaft'", betonte die Pastorin. "Jesus ist der Türsteher, der als letzter bei den Bundesjugendspielen durchs Ziel kommt und wieder keine Siegerurkunde bekommt."

Christinnen und Christen sollten danach fragen, "welcher Lifestyle und welche Werte dem Willen Gottes entsprechen", sagte Bils in ihrer Predigt weiter. "Für uns ist Lebenretten kein Verbrechen, sondern Christenpflicht. Man lässt keine Menschen ertrinken!" Gott wirke in der Welt auch durch Menschen der Rettungsorganisationen Sea-Watch, SOS Méditerranée und Sea-Eye, durch die Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Schülerinnen und Schüler der "Fridays for Future"-Bewegung.

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag stand unter dem Motto "Was für ein Vertrauen". Seit Mittwoch hatten rund 121.000 Teilnehmer gebetet, gesungen und über aktuelle politische Themen debattiert. Bei 2.400 Veranstaltung ging es etwa um Rechtsextremismus, Klimaschutz oder sexuellen Missbrauch. Prominente Redner waren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

epd lwd/es fu

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