Habeck: Kanzlerfrage ist nicht entscheidend

Habeck: Kanzlerfrage ist nicht entscheidend

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, kann die Kanzlerfrage nach eigenen Angaben nicht mehr hören. "Die Fragen nach Kanzlerkandidaturen werden beantwortet, wenn sie sich stellen", sagte er am Freitag auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund. Solchen Fragen schwinge eine Leichtigkeit und Unernsthaftigkeit mit, die angesichts aktueller Probleme unangemessen seien.

Fragen wie: 'Haben Sie nicht Lust, Kanzler zu werden" verkennen laut Habeck das, "worüber wir überhaupt reden". Es gehe darum, ob eine offene, vielfältige Gesellschaft und liberale Demokratie in der Lage sei, schnell und große Antworten auf neue Herausforderungen zu geben. Viele dieser Herausforderungen wie Klimafragen seien nicht neu, "aber jetzt sind sie noch mal dringlicher geworden", sagte Habeck auf dem Roten Sofa der Kirchenpresse.

Die Gesellschaft könne nicht davon ausgehen, dass einfach alles so weitergehe wie bisher, warnte Habeck. Nationalistisch-völkische und totalitäre Staatsentwürfe bedrängten westliche Demokratien "und nirgendwo steht, dass eine liberale, offene Gesellschaft in Konkurrenz zu diesen Systemen siegreich sein kann", unterstrich er. Zusätzlich sei Europa in einem "erbärmlichen" Zustand.

Die angemessenen Fragen seien daher inhaltliche wie nach einer Lösung der Systemkrise, sagte der Grünen-Politiker. Die Politiker und Parteien, die die besten Antworten auf diese Frage geben, "sollen es dann halt machen".

Habeck verwies zudem darauf, dass die Bundestagswahl nicht die nächste anstehende Wahl sei, auf die sich Politiker konzentrieren müssten. Im Herbst dieses Jahres stehen Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg an. Diese Wahlen "werden für alle demokratischen Parteien anspruchsvoll genug", unterstrich Habeck.

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