Göring-Eckardt kritisiert den Begriff "Mauerfall"

Göring-Eckardt kritisiert den Begriff "Mauerfall"

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hält den Begriff des "Mauerfalls" für nicht passend. "Das Ding war nicht porös, es ist zum Einsturz gebracht worden", sagte sie am Freitag bei einer Bibelarbeit auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Es sei die "Kraft von tausend Kerzen" gewesen, die letztlich die DDR zu Fall gebracht habe.

"Mit allem hatte man gerechnet, aber nicht mit Kerzen und Gebeten", sagte die Politikerin. Die Bürgerrechtler hätten sich gegen Opfer und Fesseln gestellt und für eine "Freiheit für morgen" gekämpft. Diese Geschichte sei im Bewusstsein des Landes aber noch immer nicht verankert, beklagte die gebürtige Thüringerin.

Göring-Eckardt interpretierte in der Bibelarbeit die Erzählung der Opferung Isaaks: Gott testet darin Abrahams Glauben und befiehlt ihm, seinen Sohn Isaak zu opfern. Im letzten Moment greift Gott ein und schickt einen Widder, der anstelle Isaaks geopfert wird. Diese Erzählung sei auf den ersten Blick eine "Geschichte zum Davonlaufen", sagte Göring-Eckardt. Auf den zweiten Blick sei sie aber wie der Zusammenbruch der DDR eine "Befreiungsgeschichte".

Vor 30 Jahren führte die friedliche Revolution in der DDR zum Mauerfall und schließlich zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990. Das diesjährige Jubiläum soll landesweit mit Feierlichkeiten begangen werden.

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