Internet ist häufigste Recherche-Quelle für Journalisten

Das Internet ist einer Umfrage zufolge die wichtigste Informationsquelle für deutsche Journalisten.

Bei einer am Mittwoch in Leipzig vorgestellten Befragung der Hochschule Macromedia Köln und des Verlags Rommerskirchen gaben 85 Prozent der Journalisten an, externe Internetquellen seien "besonders wichtig" für die eigene Recherche. 81 Prozent nannten Telefongespräche als grundlegend, 77 Prozent persönliche Unterhaltungen. Darauf folgten Pressematerialien mit rund 59 Prozent.

Vertrauen in andere Journalisten

Zusatzinformationen sind der Umfrage zufolge für 82 Prozent der Journalisten der Grund, um im Internet zu recherchieren. Auch zum Beobachten der Nachrichtenlage (75 Prozent) und für die Suche nach zusätzlichen Quellen (67 Prozent) sei die Online-Recherche beliebt. Zu Beginn einer Recherche nutzten zwei Drittel die Suchmaschine Google. Auch "Wikipedia" und "Spiegel Online" seien beliebt.

Rund 50 Prozent der Journalisten nutzen das Online-Lexikon "Wikipedia" der Umfrage nach für die Recherche. Darauf folgten Netzwerke wie Facebook und Twitter. Dort vertrauten Journalisten vor allem auf Wissenschaft, Zeitungen und andere Journalisten. Behörden und Regierungsstellen lägen im Mittelfeld, weniger Vertrauen genössen Unternehmen und Parteien. Generell gelte auch unter Journalisten: je jünger, desto mehr Interesse für soziale Medien.

Online-Recherche lernen

Im Allgemeinen bewerteten die befragten Journalisten die Möglichkeiten der Internet-Recherche positiv. Rund 72 Prozent stimmten tendenziell der Aussage zu, damit besser und schneller recherchieren zu können. Allerdings würden viele Journalisten gern noch mehr über Online-Recherche lernen. Der Umfrage zufolge sind nur rund 25 Prozent der Befragten sehr überzeugt, dass sie ein umfassendes Wissen über die Möglichkeiten der Internet-Recherche haben.

Die Recherche macht der Unfrage zufolge den größten Teil der journalistischen Arbeit aus. Rund 84 Prozent der Journalisten recherchierten an einem gewöhnlichen Arbeitstag häufig bis sehr häufig. Darauf folgen mit 77 Prozent das Schreiben eigener Texte und organisatorische Tätigkeiten (55 Prozent).

Für die Untersuchung wurden 2.329 Journalisten befragt. 1.428 davon waren hauptberuflich journalistisch tätig. Der Verlag Rommerskirchen gibt die Medienmagazine "journalist" und "prmagazin" heraus.