Studie zu Bluttest auf Down-Syndrom als Kassenleistung beginnt

Studie zu Bluttest auf Down-Syndrom als Kassenleistung beginnt
Der umstrittene "Praenatest", der die Untersuchung ungeborener Kinder auf den Gendefekt Trisomie 21 möglich macht, könnte bald von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Das berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer jüngsten Ausgabe. Nach Informationen des Blattes soll noch in diesem Jahr eine Studie anlaufen, um die Testmethode wissenschaftlich zu überprüfen. Trisomie 21 ist die Ursache des Down-Syndroms.

Die Studie im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) soll dem Bericht zufolge in Berlin stattfinden. Verläuft sie positiv, müssen die Kassen den Praenatest beispielsweise für Schwangere ab dem 35. Lebensjahr bezahlen. Je später eine Frau schwanger wird, desto höher ist ihr statistisches Risiko, ein Kind mit Gendefekten zu bekommen.

Kritik von Lebensschützern und Kirchenvertretern

Der Praenatest ist eine Alternative zur riskanten Fruchtwasseruntersuchung auf Gendefekte und ist deutlich früher in der Schwangerschaft möglich. Für den neuen Test reicht eine Blutprobe der Mutter, um etwa Schäden im Erbgut des Kindes aufzuspüren, die zum Down-Syndrom führen. Erkennbar werden die Trisomien 21, 18 und 13.

Anbieter des Tests ist die Konstanzer Firma LifeCodexx. Ihrer Homepage zufolge werden verschiedene Test-Varianten angeboten, die zwischen 595 und 895 Euro kosten. Dazu muss der behandelnde Arzt der Schwangeren 20 Milliliter Blut abnehmen, das LifeCodexx geschickt wird. Die Analyse dauert den Angaben zufolge in der Regel zwei Wochen.

Das Verfahren hatte nach seiner Markteinführung im Jahr 2012 Kritik von Lebensschützern und Kirchenvertretern ausgelöst. Sie befürchten, dass mehr Frauen sich dadurch für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, womöglich auch, wenn ihr Ungeborenes weniger schwerwiegende Gendefekte als eine Trisomie 21 aufweist.

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