Diakonie fordert größere Anstrengungen für Flüchtlinge

Diakonie fordert größere Anstrengungen für Flüchtlinge
Vertreter der Diakonie haben ihre Forderung nach größeren humanitären Anstrengungen für Flüchtlinge im In- und Ausland bekräftigt.

Die Rettung von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer sei eine gesamteuropäische Aufgabe, sagte der hessische Flüchtlingsexperte Andreas Lipsch am Mittwoch auf der Bundeskonferenz für Diakonie und Entwicklung in Bremen. Zu Beginn des zweitägigen Treffens hatte Bremens Landesdiakoniepfarrer Manfred Meyer den Bund aufgefordert, Länder und Kommunen bei der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen finanziell stärker zu unterstützen.

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Durch die italienische Operation "Mare Nostrum" im Mittelmeer seien seit Oktober 2013 mehr als 100.000 Flüchtlinge gerettet worden, bilanzierte Lipsch. Obwohl trotz dieses Engagements in diesem Jahr bereits auch 3.000 Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen seien, wollten die EU-Innenminister die Such- und Rettungsaktion nun durch Grenzkontrollen ersetzen.

"Wir müssen wieder dazu kommen, das Mittelmeer als Brücke der Kulturen und nicht als Grab zu verstehen", sagte Lipsch. Er warb dafür, "Mare Nostrum" fortzusetzen. Die Aktion habe monatlich neun Millionen Euro gekostet. "Das kann die Europäische Union gut stemmen." Lipsch warb überdies für legale Möglichkeiten, durch die Flüchtlinge nach Europa einreisen können. Das könnten Aufnahmeprogramme, eine großzügige Visa-Vergabe und unkomplizierte Familienzusammenführungen sein.

Bremens Landesdiakoniepfarrer Meyer hatte zuvor gefordert, die Kommunen finanziell so auszustatten, dass sie eine menschenwürdige und integrationsfördernde Wohnsituation gewährleisten könnten. Flüchtlinge müssten rasch in eigene Wohnungen vermittelt werden, und zügige Asylverfahren müssten ihnen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben eröffnen.

Bremer Konferenz will Erklärung verabschieden

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, verwies auf die dringende Notwendigkeit, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Dazu zählten außer bewaffneten Konflikten unter anderem Hunger, Klimakatastrophen, eine ungerechte Weltwirtschaft und schlechte Regierungsarbeit in den Herkunftsländern.

An diesem Donnerstag soll das Treffen in Bremen mit einer Erklärung zur Situation der Flüchtlinge in Deutschland, Europa und weltweit zu Ende gehen. Die Konferenz ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Es kommt einmal im Jahr zusammen. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Unter dem Dach des Werkes arbeiten die Diakonie Deutschland und das Hilfswerk "Brot für die Welt".