Schottische Kirchen rufen nach Referendum zu Einigkeit auf

Schottische Kirchen rufen nach Referendum zu Einigkeit auf
Nach Meinung von Kirchenvertretern können die Glaubensgemeinschaften dazu beitragen, die Einheit des Königreichs schnell wieder herzustellen. In Edinburgh wird am Sonntag ein Versöhnungsgottesdienst gefeiert.

Nach dem Scheitern des Unabhängigkeits-Referendums werben die schottischen Kirchen für Einigkeit. Moderator John Chalmers, Sprecher der reformierten "Church of Scotland", forderte am Freitag beide Lager dazu auf, "Yes"- und "No"-Statements in sozialen Netzwerken durch ein "One Scotland"-Banner zu ersetzen, um Einigkeit zu demonstrieren. Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, sagte nach dem Volksentscheid in London: "Dies ist ein Moment der Aussöhnung und Heilung, nicht des Jubels und der Schuldzuweisung."

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Manche Wunden, die in den vergangenen Monaten aufgebrochen sind, benötigten auf beiden Seiten der Grenze Zeit, um zu heilen, sagte Welby. Die Kirchen könnten dazu beitragen, die Beziehungen Schottlands zum übrigen Großbritannien schnell wiederherzustellen, ergänzte der Erzbischof. Für Sonntag hat die Church of Scotland zu einem Versöhnungsgottesdienst in die St. Giles Kathedrale in Edinburgh eingeladen. Dazu werden unter den 1.000 Besuchern auch die Spitzenvertreter der beiden Lager erwartet. Moderator Chalmers hatte schon vor der Abstimmung dazu aufgerufen, einen "kühlen Kopf" zu bewahren und die Emotionen zu besänftigen.

Von den 4,8 Millionen Stimmberechtigten in Schottland hatten sich am Donnerstag mehr als 55 Prozent gegen die Abspaltung des Landesteils von Großbritannien entschieden.