Prozessauftakt wegen Millionenbetrugs an Diakoniestation

Prozessauftakt wegen Millionenbetrugs an Diakoniestation
Die ehemalige Leiterin der Diakoniestation und eine Verwaltungsmitarbeiterin stehen vor Gericht. Sie sollen mehr als 1,35 Millionen Euro unterschlagen haben.

Ein Strafprozess wegen Millionenbetruges an der Diakoniestation Bensheim-Zwingenberg hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Bensheim begonnen. Die ehemalige Leiterin der Diakoniestation und eine Verwaltungsmitarbeiterin sollen insgesamt mehr als 1,35 Millionen Euro unterschlagen haben, wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt mitteilte. Die Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue beziehe sich aber nur auf 650.000 Euro, die die Beschuldigten zwischen 2008 und 2012 beiseitegeschafft hätten. Die übrigen mutmaßlichen Taten seien verjährt.



Den Trick der Täterinnen erklärten die Rechnungsprüfer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), nachdem der Betrug im vergangenen Januar aufgeflogen war: Demnach gaben sie den Kunden für Leistungen der Familienpflege nicht das reguläre, sondern das seit Jahren nicht mehr genutzte Konto einer Handkasse an. Weil das Konto in Vergessenheit geraten war, seien die monatlichen Barabhebungen niemandem aufgefallen.

Aufgedeckt wurde die Unterschlagung, als ein Kunde, das Jugendamt des Kreises Bergstraße, eine Nachfrage an die Diakoniestation richtete. Als die Rechnung nicht gefunden und erneut angefordert wurde, wurde das unbekannte Gutschriftenkonto enthüllt.

Ob die Diakoniestation mit rund 50 Beschäftigten etwas von dem ihr zustehenden Geld zurückerhält, muss gegebenenfalls in einem anschließenden Zivilprozess geklärt werden. Träger der Diakoniestation sind die evangelischen Kirchengemeinden in Bensheim und Zwingenberg.

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