UN-Tribunal verkündet Urteil über hohe Ex-Funktionäre der Roten Khmer

UN-Tribunal verkündet Urteil über hohe Ex-Funktionäre der Roten Khmer
Fast zwei Millionen Kambodschaner kamen während der Herrschaft der Roten Khmer ums Leben. Nun verurteilte das Kriegsverbrechertribunal zwei der wichtigsten Führungspersonen des Terror-Regimes.

In Kambodscha verkündet das UN-gestützte Kriegsverbrechertribunal an diesem Donnerstag das Urteil über zwei der ranghöchsten Ex-Funktionäre des Rote-Khmer-Regimes in den 70er Jahren. Dem sogenannten Bruder Nummer Zwei und früheren Chefideologen Nuon Chea (88) sowie dem einstigen Staatschef Khieu Samphan (83) wurden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Der Prozess gegen die beiden Ex-Kader hatte im November 2011 begonnen und endete im Oktober 2013. Die Anklage hat lebenslange Haft gefordert.

Unter der Terrorherrschaft der maoistischen Roten Khmer (1975-1979) kamen fast zwei Millionen Menschen ums Leben. Sie starben in Arbeitslagern oder Gefängnissen, wurden gefoltert und hingerichtet oder verhungerten. Der als "Bruder Nummer Eins" bekannte Diktator Pol Pot konnte nicht mehr juristisch belangt werden: Er starb 1998.

In einem zweiten Verfahren, das Ende Juli begonnen hat, müssen sich Nuon Chea und Khieu Samphan außerdem wegen Völkermordes, Zwangsverheiratungen und Vergewaltigungen verantworten. Der Vorwurf des Völkermords bezieht sich vor allem auf Massaker an Vietnamesen und an der muslimischen Cham-Minderheit. Dieser zweite Prozess wird voraussichtlich bis 2016 dauern. Wegen der Schwere und Komplexität der Anschuldigungen hatte das Sondertribunal beschlossen, die Verfahren in mehrere Prozesse aufzuteilen.

Bislang sprach der Gerichtshof erst ein einziges Urteil: Der einstige Folterchef Kaing Khek Iev alias Duch, damals Leiter des berüchtigten Tuol-Sleng-Gefängnisses, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein weiterer Angeklagter, der damalige Außenminister der Roten Khmer, Ieng Sary, verstarb im März 2013 im Alter von 87 Jahren. Gegen dessen Ehefrau Ieng Thirith, einst Sozialministerin, war der Prozess wegen ihrer Demen ausgesetzt worden. Im September 2012 war sie aus der Haft entlassen worden.
 

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