Zwei finnische Entwicklungshelferinnen in Afghanistan getötet

Zwei finnische Entwicklungshelferinnen in Afghanistan getötet
Bewaffnete hätten die beiden Frauen, die für die christliche "International Assistance Mission" (IAM) arbeiteten, in der westlichen Stadt Herat getötet, berichtete die afghanische Online-Zeitung "Khaama Press" am Donnerstag.

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums bestätigte demnach die Ermordung zweier Ausländerinnen. Es werde intensiv nach den mutmaßlichen Extremisten gesucht. Zunächst übernahm niemand die Verantwortung für den Anschlag.

Allerdings haben die Taliban der IAM, die seit vier Jahrzehnten Gesundheitsprojekte in Afghanistan unterhält, immer wieder Missionierung vorgeworfen und gedroht, ihre Beschäftigten zu töten. 2010 brachten die Extremisten bei einem Anschlag auf eine IAM-Klinik acht ausländische Helfer um, darunter eine deutsche Ärztin, und zwei Einheimische. Die beiden Finninnen waren in einem Taxi unterwegs als sie angegriffen wurden, wie die afghanische Zeitung unter Berufung auf lokale Sicherheitsbehörden weiter berichtete. Die Angreifer hätten sich auf einem Motorrad fortbewegt.

Derweil wurden bei einem Bombenschanschlag in der nördlichen Provinz Takhar mindestens sechs Zivilisten getötet und mehr als 20 weitere Menschen verletzt, wie der britische Sender BBC berichtete. Der Sprengstoff sei in einem bevölkerten Markt  explodiert, während die Menschen ihre Einkäufe für das Zuckerfest zum Ende des Ramadans erledigten.

Die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan ist nach UN-Angaben in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Vor allem im Vorfeld und nach den Präsidentenwahlen verschlechterte die Sicherheitslage deutlich. Im ersten Halbjahr wurden mehr als 4.800 Zivilisten getötet. Die erste Runde der Wahlen fand im April statt, ein endgültiges Ergebnis der Stichwahl steht noch aus. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind zunehmend Ziele von Angriffen. Im April wurden bei einem Anschlag auf ein Krankenhaus in der Hauptstadt Kabul drei ausländische Ärzte getötet.

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