Leipzig (epd). Ein Aktionsbündnis hat am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle gegen Abschiebungen und Abschiebehaft demonstriert. Eine Sprecherin berichtete auf epd-Anfrage von rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Kundgebung im Eingangsbereich. Die Demonstration am Flughafen Leipzig/Halle war Teil eines bundesweiten Protests unter dem gemeinsamen Titel „Bundesweit gegen Abschiebewahn“. Aktionen waren auch an den Flughäfen Frankfurt, Köln und München sowie Düsseldorf, Hannover und Berlin geplant.
Die Initiativen kritisierten „die politischen Prioritäten der Bundesregierung“. Während vor allem im Sozialen und im Gesundheitsbereich über gravierende Einsparungen diskutiert werde, fließen ihrer Darstellung nach „gleichzeitig erhebliche öffentliche Mittel für Abschiebungen und die dafür notwendige Infrastruktur“. Auch Kooperationen mit Drittstaaten zum Zwecke der Abschiebung und die Folgen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) waren laut vorheriger Ankündigung Themen der Proteste.
Kritik an Abschiebeterminals
In Leipzig richtete sich die Aktion vor allem gegen die Airline Freebird, mit der Charter-Abschiebungen nach Afghanistan umgesetzt werden. Bündnissprecherin Luca Müller erklärte vorab: „Es ist und bleibt skandalös, dass diese Abschiebungen in Zusammenarbeit mit den Taliban durchgeführt werden und sich eine Airline an dieser furchtbaren Praxis bereichern kann.“
In München sollte sich der Protest vor allem gegen das geplante Abschiebeterminal am Flughafen richten. Solche Terminals entstehen den Angaben zufolge zudem an den Flughäfen Frankfurt und Berlin.




