Tipps für eine richtig schlechte Trauung

Tipps für eine richtig schlechte Trauung

Ja ja, die Trauungen. Manche Paare sitzen im Traugespräch und wissen nix. Haben sich in der Disco/im Internet kennen gelernt und irgendwie wollen sie halt jetzt heiraten, mehr können sie auch auf intensive Nachfrage nicht erzählen. Die Lieder suchen Sie aus, Herr Pfarrer, wir kennen uns da sowieso nicht aus.

Da sind mir persönlich die schon lieber, die genaue Vorstellungen haben. Mit denen man sich auch mal darüber unterhalten kann, wie man eine bestimmte Szene am besten gestaltet. Wie der Einzug in die Kirche aussehen soll. Und überhaupt: Was die Hochzeit ihnen eigentlich bedeutet. Oder ob ein bestimmtes Lied für eine Trauung wirklich so angemessen ist.

####LINKS####Manche übertreiben's aber auch in der anderen Richtung. Die wissen in allen Einzelheiten Bescheid, und wehe, ich als Pfarrer wage auch nur ein wenig korrigierend einzugreifen, dann suchen sie sich halt einen anderen. Besonders Leid getan hat mir eine Braut, die tatsächlich noch während ihrer eigenen Trauung Regieanweisungen gab – ich glaube nicht, dass sie diesen besonderen Moment trotz akribischster Planung wirklich genießen konnte.

Ein Kollege, der das Blog „Kirchengeschichten“ betreibt, hat das Ganze Anfang dieses Monats satirisch auf den Punkt gebracht. Zehn „Tipps, wenn Sie eine richtig schlechte Trauung haben wollen“. Aus Pfarrer-Sicht kann ich nur sagen: Fast alles schon erlebt. Viel Spaß damit!

 

Weitere Blogeinträge

weitere Blogs

Oktoberfest
Vielfalt erleben bedeutet, sich Fremden auszusetzen. Das erfordert Mut, den gerade der christliche Glaube stärken kann, meint unser Autor Wolfgang Schürger. Glaubende sind wie Herbstdrachen: Sie leben in der Freiheit des Himmels, aber sind fest gegründet am Boden.
Die Partei vertritt das Gegenteil von allem, was mir wichtig ist. Dagegen wehre ich mich. - Ein Meinungsblog.
Gerade Menschen, die es gewohnt sind, sich gegen Normen zu stellen und sich Orte zu schaffen, die nicht vorgesehen sind, haben eine enorme Resilienz und Kraft. Und tatsächlich bringen sie meines Erachten Ressourcen mit, von denen unsere Gesellschaft und Kirche viel lernen kann.