Gründonnerstagschristen

Gründonnerstagschristen

Ein Kollege meinte einmal zu mir: Anscheinend gibt es Menschen, die - wie andere zu Weihnachten - jedes Jahr speziell am Gründonnerstag in die Kirche gehen. Gründonnerstagschristen sozusagen.

Die älteren unter ihnen kommen, zumindest bei uns auf dem Dorf, ganz feierlich. Anzug und Krawatte. Die jüngeren kommen etwas legerer. Aber in jedem Jahr am Gründonnerstag sind Sie da: Gesichter, die man sonst nicht jeden Sonntag im Gottesdienst sieht. 

####LINKS####Irgendwie kann ich das auch gut verstehen: Dieser Abendgottesdienst ist auch etwas Besonderes. Abendmahl am Morgen im Gottesdienst zu feiern, ist ja schon von der Bezeichnung her irgendwie seltsam. Aber am Gründonnerstagabend, da spüren wir diese besondere Atmosphäre des Mahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt.
„Das ist mein Leib“, „das ist mein Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“. Diese Worte werden heute wieder in vielen Kirchen gesprochen. Was sie bedeuten, darüber sind sich die Theologen nicht so wirklich einig. Dass aber Gott in irgendeiner Weise nahe ist, das spüren viele. Vielleicht kommen sie deshalb ausgerechnet an diesem Tag in die Kirche, weil sie Gottes Nähe spüren: Die Gründonnerstagschristen.

Allen, die heute auch noch diesen besonderen Worten, diesem Handeln Jesu vor seinem Tod, nachspüren wollen, wünsche ich einen gesegneten Gottesdienst und die Erfahrung: Gott kommt mir ganz nahe.

Weitere Blogeinträge

weitere Blogs

Oktoberfest
Vielfalt erleben bedeutet, sich Fremden auszusetzen. Das erfordert Mut, den gerade der christliche Glaube stärken kann, meint unser Autor Wolfgang Schürger. Glaubende sind wie Herbstdrachen: Sie leben in der Freiheit des Himmels, aber sind fest gegründet am Boden.
Die Partei vertritt das Gegenteil von allem, was mir wichtig ist. Dagegen wehre ich mich. - Ein Meinungsblog.
Gerade Menschen, die es gewohnt sind, sich gegen Normen zu stellen und sich Orte zu schaffen, die nicht vorgesehen sind, haben eine enorme Resilienz und Kraft. Und tatsächlich bringen sie meines Erachten Ressourcen mit, von denen unsere Gesellschaft und Kirche viel lernen kann.