EKD bekräftigt "Nein" zur Todesstrafe

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epd-bild / Norbert Neetz
Die EKD hat sich nach der gescheiterten Hinrichtung einer US-Bürgerin zur Todesstrafe geäußert.
Nach gescheiterter Hinrichtung
EKD bekräftigt "Nein" zur Todesstrafe
Die in den USA zum Tode verurteilte Christa Pike liegt nach ihrer gescheiterten Hinrichtung bewusstlos im Krankenhaus. Auf Anfrage von evangelisch.de verdeutlicht die Evangelische Kirche in Deutschland ihre Position zur Todesstrafe.

Die EKD fordert seit Jahren die weltweite Abschaffung und Ächtung der Todesstrafe. Zum aktuellen Fall in den USA sagte ein Sprecher der EKD: "Die EKD lehnt die Todesstrafe entschieden ab. Jeder Mensch besitzt eine unveräußerliche Würde – auch wer schwerste Schuld auf sich geladen hat. Der Staat darf Verbrechen bestrafen, aber er darf einem Menschen weder seine Würde noch die Möglichkeit zu Umkehr und einem neuen Anfang nehmen." 

Papst Leo XIV. hatte sich laut einem Bericht der italienischen Zeitung "La Repubblica" bereits deutlich vor dem Hinrichtungsversuch mit einem Gnadengesuch an die US-Behörden gewandt und um Aussetzung der Hinrichtung gebeten, eine Reaktion aus Tennessee habe es darauf nicht gegeben. Vor der Hinrichtung sandten auch die drei katholischen Bischöfe von Tennessee eine Petition an Gouverneur Bill Lee mit Verweis auf die kirchliche Lehre, wonach die Todesstrafe ein Angriff auf die Menschenwürde ist. 

Am 30. September 2026 sollte die 50-jährige Christa Pike in Tennessee hingerichtet werden. Sie überlebte zwei Injektionen Pentobarbital, und liegt seitdem laut ihren Anwälten bewusstlos und beatmet in kritischem Zustand im Krankenhaus, berichtete die Zeit. Gouverneur Bill Lee setzte daraufhin alle für 2026 geplanten Hinrichtungen aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung an; der Chef der Strafvollzugsbehörde trat zurück.

Laut Death Penalty Information Center ist es in der modernen Geschichte der US-Todesstrafe der einzige bekannte Fall, in dem ein Häftling die verabreichten Gifte überlebte.