Endgeile Klicker

Troll-Probleme lassen sich auch per Anruf lösen. Wieder was gelernt. Gerald Hensel kritisiert, dass der Hass in der Berichterstattung oft immer noch viel zu nett rüberkommt. Shahak Shapira berichtet von seinem vergeblichen Kampf gegen die Netz-Windmühle. Und die vernünftigste Idee im Kampf gegen Fake News hat nichts mit Technik zu tun - sie kommt dennoch von einem Software-Unternehmen.

Zwischen den USA und Nordkorea brodelt es weiter sehr heftig, wie in den Frühnachrichten zu hören ist. Und man fragt sich: Kann man das Problem nicht einfach so lösen wie das mit den anderen Trollen? Blockieren oder stumm schalten und fertig? Oder man klingelt an ihrer Haustür und konfrontiert sie mit ihren eigenen Aussagen? Das gelingt in anderen Fällen ja auch. Aber manchmal genügt es offenbar schon, wenn man mit Trollen telefoniert, wie Dunja Hayali es jetzt getan hat, nachdem sie in den vergangenen Tagen mit sehr viel Lob, Aufmerksamkeit und ein bisschen Kritik dafür dafür bedacht worden war, dass sie einen Hass-Kommentar im gleichen Duktus ("Du endgeiler Ficker") gekontert hatte (Altpapier).

Aaron Clamann schreibt auf Abendblatt.de:

"Das Telefonat mit dem Mann habe ‚länger' gedauert schrieb Hayali: ‚Seine Entschuldigung weiß ich sehr zu schätzen'. Dem Facebook-Nutzer habe es leid getan, die Moderatorin, aber auch andere Menschen verletzt zu haben. Hayali kündigte an, ihre viel beachtete Antwort nun zu löschen.'"

Inzwischen hat Dunja Hayali das in die Tat umgesetzt. Wer keine Zeile darüber verpassen möchte, kann den Fortgang bei Meedia nachlesen - und für 45 Cent bei Blendle einen Kommentar auf der FAZ-Medienseite. Das Problem scheint also gelöst. Schauen wir noch einmal rüber zum USA-Nordkorea-Konflikt. Kim Jon-un hat gestern ebenfalls im gleichen Duktus zurückgepoltert wie zuvor Donald Trump. Wird Donald Trump ihn nun anrufen, ein längeres Telefonat mit ihm führen und Kim Jong-un deutlich machen, wie leid ihm das alles tut? Wir dürfen gespannt sein.

Gerald Hensel, der Werber, der den Verein Fearless Democracy gegründet hat, nachdem er selbst sehr unliebsame Erfahrungen mit der Hate-Speech-Branche machen musste, kritisiert in einem Kommentar für Übermedien, der im gleichen Tonfall beginnt wie die Unterredung zwischen Dunja Hayali und ihrem Troll ("Liebe Online-Journalisten, ihr endgeilen Ficker!"), dass das Problem mit dem Hass im Netz zum einen sehr viel komplexer sei, als es in der Berichterstattung erscheint.

"Hass im Netz ist auch aus Empfängersicht komplex und vielschichtig – und nicht einmal Gegenstrategien sind einfach zu greifen."

Zu anderen bemängelt er, dass der Hass als Teil des Unterhaltungsprogramms auch nicht zu unappetitlich sein dürfe, was es sehr schwer mache, einen echten Eindruck von der Dimension zu vermitteln, um die es geht. 

"Es muss allen möglich nett und bissgerecht serviert werden. Und wenn ein bisschen Clickbait reinpasst, warum nicht? Klar, Vereinfachung ist gerade in Zeiten des Wandels gängige Methode, wenn es komplex wird."

Womit wir auch gleich wieder bei Donald Trump wären, der wie am aktuellen Nordkorea-Beispiel zu sehen ist, damit rechnen kann, dass der Großteil seiner Tweets von Journalisten behandelt und verwertet wird wie Pressemitteilungen aus dem Weißen Haus.

"Für den Journalismus selbst ist das schleichendes Gift. Wo der Tweet des Präsidenten, die Replik seines aktuellen Widersachers oder – Entschuldigung schon jetzt für diese Aufzählung an Frau Hayali – der Kommentar an Emre, den ‚endgeilen Ficker', schnell und pointiert in Echtzeit gesendet, gelesen und diskutiert wird, hat der Journalist selbst keine Rolle mehr. Das, was viele Journalisten in diesem Spiel allerdings tun – das zeigt das aktuelle Beispiel: Sie kuratieren die Wut im Netz. Und meist kuratieren sie auch Hass sehr gefällig für den Massengeschmack."

Allerdings tritt Gerald Hensel hier mit seinem Kommentar selbst als Journalist in Erscheinung und zeigt damit, was Journalismus eben im nächsten Schritt dann eben doch erreichen kann. Er kann Erklärungen liefern und die Frage stellen, wie sich das alles vielleicht ändern ließe.

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Der Satiriker Shahak Shapira hatte sich diese Frage bereits gestellt und beantwortet (Altpapier). Doch nachdem er die erfolglos gemeldeten Hass-Tweets wasserlöslich in Hamburg vor die Twitter-Deutschland-Zentrale gesprüht hatte, ist schon wieder nichts passiert - abgesehen davon, dass gleich ein Reinungswagen kam, der die physischen Kreide-Tweets umgehend löschte. Fairerweise muss man sagen: Es ist nicht klar, ob das im Auftrag von Twitter passierte. In einem Interview auf der FAZ-Medienseite (für 45 Cent bei Blendle) hat Shahak Shapira Florian Kölsch ein paar Fragen zu seinem bislang vergeblichen Kampf gegen die 140-Zeichen-Netz-Windmühle beantwortet. Und in dem Fall würde sich ein Kafka-Vergleich tatsächlich mal anbieten.

"Twitter reagiert, wie sie immer reagieren bei dieser Sache. Nämlich gar nicht. Twitter ignoriert. Von dem, was ich sehe, werden auch Presseanfragen ignoriert. (…) Twitter ist ein komplett intransparentes Unternehmen. Allein die Adresse vom Büro herauszufinden war schon eine Herausforderung. Die Leute sollen es mal versuchen, Twitter anzurufen. Ich bin gespannt, was dann kommt. Man kann niemanden erreichen. Es gibt keine Nummer, es gibt keine Adresse. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ignoriert zu werden: über E-Mail oder das Kontaktformular. Es gibt aber keine wirkliche Möglichkeit, sie zu kontaktieren."

Shapira nennt dabei auch einen wichtigen Punkt, der sich schwerlich ignorieren lässt, wenn es darum geht, ob Twitter und Facebook Medienunternehmen sind - und als solche für ihre Inhalte verantwortlich.

"Twitter und Facebook sagen: Bilder und Inhalte gehören – sobald man die AGBs gesehen hat – ihnen. Das kann man machen, aber damit kommt auch eine gewisse Verantwortung. Und das sieht man ja an der ganzen Sache mit Twitter: Sie kommentieren nicht, sie wollen nichts dazu sagen, sie wollen keinen Dialog. Und dann glaube ich auch nicht, dass sie das einen Dreck schert."

Aber wer könnte dagegen etwas tun? Und was sagt Heiko Maas zu der ganzen Aktion? Na ja, er hat Shahak Shapiras Tweet retweetet und mit einem Kommentar versehen.

Viel wird das nicht bringen. Aber immerhin braucht Maas sich aufgrund des bekannten Problems keine allzu großen Sorge machen, dass sein Tweet wegen des kritischen Inhalts von irgendeinem Twitter-Mitarbeiter gelöscht werden könnte.

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Bei Facebook könnte er sich da nicht mehr ganz so sicher sein. Dort hat man sich entweder inzwischen die Mühe gemacht, einen Blick auf die ein oder andere Timeline zu werfen, oder die Einsicht, dass man ohne zusätzliche Räumkommandos nicht auskommen wird, ist aus einem anderen Grund gereift. Vielleicht hat jemand eine Möglichkeit gefunden, mit den gelöschten Tweets auf andere Weise Geld zu verdienen. Wer weiß? Jedenfalls baut Facebook in Deutschland nun ein weiteres Löschteam auf, wie unter anderem Zeit Online aus Agentur-Meldungen zusammengeschrieben hat. Überraschenderweise in Essen. Und wo gestern im Altpapier ein sehr guter Witz enthalten war, wollte ich das Niveau heute nicht unnötig mit der Bemerkung belasten, dass Essen zu fotografieren bei Facebook ja auch sehr angesagt ist.

Deswegen: Bleiben wir besser beim Thema, also der Bekämpfung von falschen und hasserfüllten Nachrichten. Die für ihren Browser Firefox bekannte Firma Mozilla plant, wie Giuseppe Rondinella für Horizont berichtet,

"neue Technologien wie virtuelle und erweiterte Realität gegen Fake News einzusetzen."

Was das bedeutet, erklärt die ehemalige Spiegel-Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert, die inzwischen dem Vorstand von Mozilla angehört:

"Stellen Sie sich beispielsweise eine Augmented Reality-Web-App vor, die Datenvisualisierungen verwendet, um die Auswirkungen von Fehlinformationen auf die Internetgesundheit zu untersuchen. Oder eine Virtual Reality-Erfahrung, die Nutzer durch die Geschichte von Fehlinformationen im Web führt."

Allerdings gibt es noch eine weitere Idee, die zwar etwas Zeit bräuchte, aber von allen Vorschlägen am vernünftigsten klingt.

"Weil Fake News jedoch nicht allein auf technischem Wege bekämpft werden können, kündigt Borchert (…) eine Art Lehrplan für digitale Bildung an, der Internetnutzer weiterbilden und Leitern von Bildungsinitiativen unter die Arme greifen soll."

Und mit dem dort vermittelten Wissen würde man sogleich auch den wahren Charakter der folgenden Meldung erkennen:

"Trump will Fake News mit ‚Real News' kontern"

Denn richtig müsste es natürlich heißen:

"Trump will Real News mit ‚Real News' kontern"

Und damit weiter zum...


Altpapierkorb

+++ Ein Problem, über das sonst selten gesprochen wird: Was machen eigentlich Menschen im Ruhestand, denen früher ihre eigene TV-Show die Gelegenheit gab, ihr Sendungsbewusstsein zu kanalisieren - und die über keine eigene Spiegel-Daily-Kolumne verfügen? Also zum Beispiel David Letterman. Wir hätten jetzt eine Antwort. Letterman kehrt im nächsten Jahr zurück, mit einer neuen Show bei Netflix, berichtet unter anderem DWDL. Zitiert wird er mit dem Satz: "Was ich gelernt habe: Wenn du in Rente gehst, um mehr Zeit mit deiner Familie zu verbringen, solltest du das zuerst mit deiner Familie besprechen." +++ Harald Schmidt braucht entweder noch ein bisschen, oder er meint es wirklich ernst mit der Altersteilzeit. In seiner Spiegel-Daily-Kolumne sagt er: "Netflix, ihr habt gut daran getan, bei mir noch nicht angefragt zu haben. Denn ihr hättet euch eine solche Abfuhr geholt, das ist der Wahnsinn." Dokumentiert unter anderem von dpa, hier zu lesen bei Focus Online.

+++ Eigentlich wollte Steffen Seibert möglichst schnell klären, warum beim G20-Gipfel 32 Journalisten die Akkreditierungen entzogen worden sind. Vielleicht war das aber nur eine Umschreibung für: erst mal abwarten und hoffen, dass irgendwann niemand mehr fragt. Neun der ausgeschlossenen Journalisten dauert das alles jedenfalls zu lange. Sie versuchen das ganze Prozedere offenbar etwas zu beschleunigen und klagen gegen das Bundespresseamt, wie der Tagesspiegel berichtet. Ein Gerichtssprecher hat angekündigt - das ist meine eigene Mutmaßung -, man werde die Sache schnell klären.

+++ Andreas Rüttenauer kommentiert in der taz den Spontanstreik von Mehmet Scholl (Altpapier gestern) und erinnert sich: "Ins Champions-League-Finale von 2001 ging er trotz Kapselriss, Innenbandriss, Außenband- und Syndesmoseband-Teilabriss. Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte ihn irgendwie fit gekriegt. Über den Einsatz von Medikamenten im Fußball hat einer wie Scholl, weiß Gott, mehr zu sagen als nichts. Also, raus mit der Sprache oder raus!" +++ Und als hätte irgendwer bei der ARD den Kommentar gelesen und darüber nachgedacht, folgt heute Morgen die Meldung: "ARD trennt sich von TV-Experte Mehmet Scholl." Nachzulesen unter anderen in der Welt

+++ Eine verlässliche Konstante in der Analyse von Medienereignissen, die in der Berichterstattung mit dem Wort "Skandal" umschrieben werden, ist im Nachgang die Feststellung eines PR-Experten, dass die Protagonisten des "Skandals" ihre Fehler sehr viel früher hätten eingestehen müssen. Das ist frappierend richtig, aber von Unternehmen wie Politikern anscheinend nicht erlernbar. Diesmal kommentiert der Kommunikations-Experte Hasso Mannsfeld im Meedia-Interview mit Stefan Winterbauer den Diesel-Betrug und sagt dabei auch etwas zur von Journalisten wahnsinnigerweise so genannten "Diese-Prämie". Die müsste natürlich eigentlich einfach "Diesel-PR-Finte" heißen. Hasso Mannsfeld: "Das hat doch mit der Aufarbeitung nichts zu tun. Man kriegt jetzt ein neues Auto für einen verringerten Preis,  das ändert aber nichts an der Wahrnehmung der vorangegangenen Manipulation. Ich kann nicht erkennen wie man durch eine Rabattaktion wieder Vertrauen in die Ingenieursleistung herstellen kann." +++ Und nachdem bereits am Wochenende bekannt geworden war, dass der Alleskönner VW sogar die Pressearbeit für die niedersächsische Landesregierung übernommen hat, berichtet nun Klaus Wieschemeyer für die Neue Osnabrücker Zeitung, dass sie das auch schon für die schwarz-gelbe Regierung gemacht haben.

+++ Zwischendurch mal eine Servicemeldung: Fiete Stegers erklärt beim Tagesschau Faktenfinder, wie man gelöschte Tweets und alte Websites wiederfindet.

+++ Inge Günther berichtet in der Berliner Zeitung über Israels Bemühungen, den Nachrichtensender Al Dschasira aus dem Land zu verbannen, was erstens gar nicht so leicht ist - und zweitens nicht so ohne weiteres mit der Pressefreiheit vereinbar. "Jedenfalls will das Netzwerk gegen den israelischen Bann mit allen rechtlichen Schritten vorgehen. Rückendeckung erhielt es von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die von einem "dreisten Angriff auf die Medienfreiheit in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten" sprach. Ebenso deutlich warnte das US-amerikanische Komitee zum Schutz von Journalisten vor dem Versuch, Al-Dschasira zu zensieren. Damit würde Israel sich dem regionalen Lager "der ärgsten Feinde der Pressefreiheit zuordnen."  +++ Gil Yaron spekuliert in seinem Text für die Welt über die Gründe: "In Israel selbst glaubt man indes an innenpolitische Beweggründe. Netanjahu war über die Rolle erbost, die der Sender bei den jüngsten Ereignissen in Jerusalem spielte. Er ist überzeugt, dass er gewaltsame Proteste ermutigte und so letztlich dazu beitrug, dass Netanjahu alle Sicherheitsmaßnahmen, die er nach einem Attentat am Tempelberg vor Ort installieren ließ, auf demütigende Weise wieder demontieren musste."

+++ Das von Peer Steinbrück übernommene Narrativ "SPD-Kanzlerkandidat macht alles falsch" ist inzwischen relativ bekannt, stimmt aber doch nicht immer, wie Boris Rosenkranz bei Übermedien feststellt..

+++ Die Kinder-Medien-Studie, über die Tilman Steffen für Zeit Online berichtet, ist voller Überraschungen: "Bei der Kommunikation fällt auf, dass viele Kinder SMS schreiben: Fast die Hälfte nutzt diesen Kanal, immer noch mehr Kinder als WhatsApp. Das Interesse an der App nimmt allerdings nach dem neunten Lebensjahr deutlich zu – dann können Kinder flüssig schreiben, organisieren Freizeit zunehmend selbst und verfügen über ausreichend Datenvolumen, um Bilder, Videos und Sprachnachrichten zu übermitteln. Für 68 Prozent der 10- bis 13-Jährigen ist WhatsApp der zweitwichtigste Kommunikationskanal. An erster Stelle steht bei allen 6- bis 13-Jährigen unangefochten das Telefonieren."  

+++ Auf der SZ-Medienseite beschreibt Joseph Hanimann, wie Frankreichs neuer Präsident Macron das Verhältnis zwischen Medien und Regierung neu definiert — um nicht zu sagen: zum Nachteil der Journalisten verändert. "Macron hat auch kein Problem damit, der Presse anzudeuten, dass sie sich schon auf die Hinterbeine stellen muss, um dem Präsidenten Paroli zu bieten. Der Verzicht auf das seit Giscard d'Estaing traditionelle Fernsehinterview zum 14. Juli wurde damit begründet, das Denken des Präsidenten sei zu komplex für das schnelle Frage-Antwort-Spiel."

+++ Ganz automatisch entwickelt sich das Wissen über die digitale Welt offenbar doch nicht. Britta M. Scholz sogar eher das Gegenteil fest: Digital Natives glauben ihrer alles, was im Internet steht. In der aktuellen Zeit schreibt sie (für Abonnenten): "Wenn man sich an einer Berufsfachschule in Brandenburg über ein Schuljahr hinweg fünf Deutschklassen mit insgesamt rund 90 Schülern ab 17 Jahren anschaut, dann kommen gewisse Zweifel auf, ob sich eine ähnliche Medienkompetenz auch in der Generation der Digital Nativesausbilden wird, für die das Internet die erste und meist einzige Informationsquelle ist. Von diesen Schülern, die zu etwa einem Drittel Abitur gemacht haben und zu einem nicht unerheblichen Teil zumindest bis einschließlich der elften Klasse eine höhere Schule besuchten, hatten alle bis auf drei grundsätzliche Schwierigkeiten, einen orthografisch akzeptablen Artikel zu verfassen, in dem sie argumentativ ihre eigene Meinung darlegen sollten." 

+++ Was bedeutet eigentlich digitaler Wahlkampf? Gabriela Keller und Kai Schlieter sind für die Berliner Zeitung der Frage nachgegangen. Sie haben sehr viele Gespräche geführt, die teilweise und wohl aus Platzgründen leider nur sehr knapp angerissen werden. Man fühlt sich ein wenig von einem Gespräch zum nächsten gehetzt, was sehr schade ist, denn der Text ist auch so schon sehr lesenswert - und zwischendurch wie eigentlich immer, wenn es um die Erforschung menschlicher Verhaltensweisen mithilfe von Daten geht, etwas beängstigend. "Kosinski erklärt, dass die winzige Datenmenge von zehn Likes bei Facebook genüge, um mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz in Sekundenbruchteilen den Charakter eines Menschen besser einzuschätzen, als dies ein Arbeitskollege könnte. Wieder eine Folie: 100 Likes reichten, um zutreffendere Antworten zu finden als ein Freund, 300 Likes benötigten Systeme, um einen Menschen besser einzuschätzen, als dies ein Ehepartner könnte."

Neues Altpapier gibt es am Freitag.