Vertrauen mit Rostbeulen

Eine Studie europäischer Rundfunkanstalten behauptet: Die Jugend hat kaum noch Vertrauen in Medien. Allerdings trägt die Studie selbst nicht unbedingt dazu bei, welches aufzubauen. Das Phänomen "Social Propaganda" macht alles noch schlimmer. Der Versuch einer Talkshow, den Korrosionsprozess aufzuhalten, scheitert an den Schranken des Formats. Und: Dieter Gorny und Mathias Döpfner führen ein "endloses Doppel-Selbstgespräch".

Medien haben bei europäischen Jugendlichen eine Glaubwürdigkeit, die wohl nicht weit entfernt ist von der eines Taschendiebs oder Waffenhändlers. Das ist eines der Ergebnisse einer großen Jugendstudie europäischer Rundfunkanstalten (in Deutschland vom BR, SWR und ZDF), deren Titel "Generation What" sich ziemlich offensichtlich kein Jugendlicher ausgedacht hat.

"In allen befragten Ländern herrscht großes Misstrauen gegenüber den eigenen Medien. Durchschnittlich sprechen ihnen nur 2 Prozent völliges Vertrauen aus, und auch nur 17 Prozent sagen, dass sie ihnen mehr oder weniger vertrauen. Dem stehen europaweit 39 Prozent gegenüber, die überhaupt kein Vertrauen in die Medienlandschaft aufbringen und 41 Prozent, die ihr zumindest skeptisch gegenüberstehen", 

heißt es im Abschlussbericht der Untersuchung, für die Menschen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren befragt wurden. 

Interessant wäre zu erfahren, ob die Vorstellung der Jugendlichen von "der Medienlandschaft" auch wirklich deckungsgleich ist mit dem ist, was die Macher der Studie sich darunter vorstellen. Also nehmen sie zum Beispiel Facebook als originäres Medium wahr oder können sie schon zwischen den einzelnen sich darin herumtreibenden Akteuren unterscheiden?

Eine andere Frage wäre, ob es überhaupt sinnvoll ist, wenn Studien mit Begriffen wie "die Medien" hantieren. Schon die diffuse Formulierung nährt ja die falsche Vorstellung, das sei alles in etwa das Gleiche, man müsse da gar nicht groß unterscheiden. Was europäische Jugendlichen von "denen da oben" im Allgemeinen halten, dokumentieren die Forscher aber nicht.

Ein ZDF-Sprecher hat Zeit Online allerdings gesagt

"dass es bei der Studie zunächst darum gegangen sei, zu erfahren, was junge Menschen angeben, wenn nach den großen Oberbegriffen der Institutionen Religion, Politik und Medien gefragt werde. ‚Differenzierter müsste man nun in einem zweiten Schritt nachfragen.' Bislang kann beispielsweise unter den Begriff Medien alles fallen – von der Boulevardpresse bis hin zu sogenannten Qualitätsmedien. Konkrete Fragen, wie ‚Welchem Medium vertrauen Sie?' oder ‚Welcher Partei vertrauen Sie?', wurden in der Studie nicht gestellt."

Die Ergebnisse sind damit zwar nicht so richtig aussagekräftig, aber immerhin ein bisschen. Hierzulande scheint jedenfalls alles nicht ganz so schlimm zu sein wie anderswo in Europa. 

"Auch in Deutschland genießen die Medien kein hohes Vertrauen in der jungen Generation, allerdings stellen sie der eigenen Medienlandschaft noch ein wesentlich besseres Zeugnis aus als die Altersgenossen in den anderen Ländern. Während in Deutschland ‚nur' 22 Prozent überhaupt kein Vertrauen in die Medien haben, sind es in Griechenland 71 Prozent, in Italien 48 Prozent und in Frankreich 46 Prozent. Ähnlich niedrige Misstrauenswerte wie in Deutschland zeigen sich sonst nur noch in den Niederlanden (31 Prozent) und Belgien (30 Prozent)."

Das Urteil der Wissenschaftler:

"Vor dem Hintergrund, dass die Glaubwürdigkeit der Medien essenziell für einen demokratischen Staat ist, sind diese niedrigen Vertrauenswerte alarmierend."

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Mit einem korrespondierenden Thema, der "Social Propaganda", beschäftigt sich Sascha Lobo in seiner Spiegel-Online-Kolumne. Es ist nämlich natürlich gar nicht allen daran gelegen, dass Medien glaubwürdig sind. Social Propaganda bedeutet: 

"Zweifel säen durch gefühlt mögliche Deutungen, die zum Social-Media-Echo passen, weil nichts die machtvolle Öffentlichkeit mehr lähmt als Zweifel." 

Das Prinzip kann man seit Januar im Grunde in jeder Pressekonferenz des Weißen Hauses beobachten. Neben die auf den ersten Blick offensichtliche Lesart eines Sachverhalts wird noch eine weitere dem Anschein nach ebenfalls plausible Erklärung gestellt, die nichts abschließend erhellt, aber immer zu der Frage führt: Kann es nicht doch so sein?

Am einfachsten ist es, diese Alternativ-Deutungen im Social Web zu streuen. Und das beschreibt Sascha Lobo am aktuellen Beispiel des Giftgas-Angriffs in Syrien, für den die russische Seite eine ganz andere Erklärung gibt als die westliche.

"Propaganda ist ein Teil der Kriegsführung per Information: der Kampf um die Öffentlichkeit. Der Hintergrund ist eigentlich ein Hoffnungszeichen, denn die öffentliche Meinung wird beeinflusst, weil sie sehr mächtig ist. (…) Das ist der Schlüssel der Entstehung von Social Propaganda - sie ist viel stärker gefühlsbasiert. Und weil das Gefühl sehr viel schneller gefasst wird als rationale Argumente, tritt das Anscheinsprinzip in der Vordergrund: Wie sieht etwas auf den ersten Blick aus? Der Kontext wird sehr viel weniger wichtig, denn in sozialen Medien zählt in erster Linie der Moment, präziser das Gefühl des Moments. Für Social Propaganda bedeutet das, dass sie sich darauf konzentriert, ein Gefühl der Wahrheit zu erzeugen, das sich zumindest dem ersten Anschein nach aufrechterhalten lässt."

An diesem Beispiel wird ebenfalls deutlich, dass der Impuls, dass es mit der Wahrheit selbst nicht so ganz genau nehmen muss, wenn die Gegenseite es doch auch nicht tut, immer falsch ist, denn das befördert nur den Effekt, den die manipulierende Seite beabsichtigt

"Die gefühlte Wahrheit nach dem Muster der Social Propaganda hat nämlich gar nicht die Aufgabe, die Öffentlichkeit endgültig zu überzeugen. Vielmehr soll sie die Öffentlichkeit an allem ständig zweifeln lassen. Und es nicht gerade so, als hätten die westlichen Ausprägungen von Politik und Propaganda der letzten Jahre diese Aufgabe besonders schwer gemacht: von den ausgedachten irakischen Massenvernichtungswaffen bis zu den Enthüllungen von Snowden. Das ist der Ansatzpunkt für Social Propaganda, nicht nur punktuell zu zweifeln - sondern an allem. Aus einzelnen, nachweislich vorhandenen Lügen und Fehlern zu schließen, dass alles gelogen und falsch sei."

Und wenn diese Strategie verfängt, führt das unter anderem dazu, dass Jugendliche zwischen 18 und 34 Jahren auf von Wissenschaftlern gestellte Fragen antworten, sie hätten kein Vertrauen mehr in das, was "in den Medien" steht. 

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In welcher Weise sich so ein Vertrauensverlust vollzieht, das kennt man vom Rost am Auto. Es fängt an mit einem kaum sichtbaren Pickel am Kotflügel, und ein paar Monate später kann man mit dem bloßen Daumen ein Loch in die Karosserie bohren

Am besten unternimmt man also sehr früh etwas dagegen. Sandra Maischberger begegnet dem schwindenden Glauben an ein objektives Informationsinteresse der Talkshow-Redaktionen nun zum zweiten Mal mit einer Art Public Debating. Statt des Stammpersonals (Bosbach, Wagenknecht, Altmaier) kommen in diesem Format vor allem ganz normale Menschen zum Einsatz, also Menschen ohne Funktionen und Ämter auf höheren Ebenen. Laut Lars Wienand, der für die Funke-Mediengruppe mit Maischberger gesprochen hat, beschreibt sie das Experiment mit dem etwas fragwürdigen Bild: "Das Thermometer in die Bevölkerung halten.

Die zweite Folge der "Publikumsdebatte" wurde am Mittwochabend ausgestrahlt. Nach Christian Düringers Eindruck, der für Welt Online darüber schrieb, gelang das ganz gut. 

"Insgesamt war die Sendung eine erfrischende Abweichung des üblichen Talkshow-Konzepts. Die teils etwas chaotische und nicht immer konstruktiv verlaufende Debatte hatte den Vorteil unvorhersehbar zu sein und fast ohne Netz und doppelten Boden auszukommen. Live und zur Primetime wäre es noch besser gewesen."

Allerdings zeigte sich auch, dass der Wunsch nach "Authentizität" und einer Darstellung, die auch der Wirklichkeit entspricht, an den Beschränkungen des Formats Talkshow scheitert.

Das beschreibt Frank Lübberding für FAZ.net:

"Wie authentisch hingegen ‚normale' Bürger sind, zeigte sich in Maischbergers Sendung erleben. So erfuhren wir von einer Mutter, die mit drei Jobs lediglich auf tausend Euro Nettoeinkommen kommt, und von einem früheren Hauptschullehrer, dessen Erwerbsunfähigkeitsrente nicht für das Existenzminimum reicht. Oder vom Schicksal eines Mannes, der nach einem Schlaganfall und der Trennung von seiner Lebensgefährtin unversehens in München zum berufstätigen Obdachlosen wurde. (…) Die anwesenden Politiker, die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley und der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus, reagierten auf diese Aussagen zurückhaltend. Frau Barley wollte den Fall des früheren Hauptschullehrers nicht beurteilen. Sie würde die Umstände dieses Einzelfalls nicht kennen. Brinkhaus drückte seine Wertschätzung für die Mutter mit den drei Jobs aus, sich trotz solcher widriger Umstände den eigenen Lebensunterhalt zu sichern."

Lübberding urteilt: 

"Es ist eben eine Fiktion, das Publikum als etwas fundamental anderes zu betrachten als die Politik.  (…) Jeder hat Verständnis für die Nöte und Schicksale seiner Mitmenschen, ob es einen Obdachlosen in München oder eine kinderreiche Familie betrifft. Politik beginnt aber erst dort, wo es um den Ausgleich zwischen diesen Interessen geht."

In anderen Worten: Ungefähr die gleiche Illusion wie die, dass Politik besser wird, wenn sie von Menschen gemacht wird, die von Politik keine Ahnung haben, ist die, dass Talkshows besser werden, wenn ganz normale Menschen dort diskutieren. 

Und so ehrenwert der Versuch auch sein mag, es den Leuten recht zu machen, die nicht mehr wissen, ob sie in Talkshows tatsächlich informiert oder doch eher manipuliert werden, wird doch an anderer Stelle deutlich, dass das Problem eigentlich viel tiefer sitzt. Es zeigt sich zum Beispiel am Umgang mit eigenen Fehlern. 

Ende März gab Maischberger in ihrer Sendung einen Tweet der AfD-Politikern Beatrix von Storch falsch wieder. Als Stefan Winterbauer sie zwei Tage später im Interview darauf ansprach, sagte sie: 

"Fehler können passieren, und wenn sie gravierend sind, dann korrigieren wir sie in der darauffolgenden Sendung, oder wir machen das auf der Homepage, Facebook oder Twitter öffentlich. In diesem Fall kann man darüber streiten."

Bis sie dann tatsächlich etwas zu ihrem Fehler sagte, vergingen allerdings noch ein paar Tage. Am 2. April schrieb sie bei Twitter: 

Stefan Niggemeier dazu, ebenfalls bei Twitter: 

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Und Stefan Niggemeier kommentierte, wie ich gerade beim Linkraussuchen auf seinem Twitter-Profil sah, auch das große Doppel-Interview, das Michael Hanfeld auf der FAZ-Medienseite mit Mathias Döpfer und Dieter Gorny geführt hat. 

Kurz zur Erinnerung: Dieter Gorny ist Chef des Bundesverbands der Musikindustrie und Mathias Döpfner nicht nur Springer-Vorstandoberdings, sondern auch Präsident des Zeitungsverlegerverbands. Und in dieser Rolle klingt er in Interviews immer ein bisschen wie der kleine Ladenbesitzer aus der Nachbarschaft, der nachts nicht mehr schlafen kann, weil ihn die Sorge umtreibt, die übermächtigen Mega-Konzerne und die verwöhnten staatlichen Anstalten könnten ihm seine ohnehin schon spärliche Existenz streitig machen

Das klingt dann zum Beispiel so: 

"Heute ist es ein Mausklick, um das, was Journalisten im Schweiße ihres Angesichts wochenlang recherchiert haben, zu kopieren und damit ein Bomben-Anzeigengeschäft zu machen, ohne einen Cent in die Inhalte-Erstellung zu investieren."

Oder so: 

"Die öffentlich-rechtlichen Sender sind zu textdominierten Digitalanbietern und zu digitalisierten Zeitungsverlegern geworden. Sie sind direkte Wettbewerber und verzerren den Wettbewerb, weil sie sich aus dem Rundfunkbeitrag finanzieren. Wenn nicht klar definiert wird, wie das weitergeht, sind wir auf dem Weg in eine öffentlich-rechtliche Presse. Wir sind auf dem Weg zur Staatspresse, was nicht gesund für eine Demokratie ist."

Oder so: 

"Ein Teufelskreis setzte sich in Gang, und es würde ein großes Verlagssterben geben. Am Ende würden wenige Weltmonopole darüber entscheiden, welche Inhalte wem zur Verfügung gestellt werden."

Dieter Gorny übernimmt die Rolle dessen, der in seiner Branche das Schlimmste schon überstanden hat und deshalb jetzt ein paar Tipps geben könnte. 

"Wir kommen langsam aus dieser überbordenden gesellschaftlichen Euphorie über das Internet heraus und fangen an, über Ordnungssysteme in der digitalen Welt zu diskutieren. (…) Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass mit geistigem Eigentum, mit Journalismus und künstlerischen Werken, Wertschöpfung betrieben werden kann. Am Ende steht ein hoffentlich auch kulturelles Ökosystem mit fair verteilten Chancen."

Das komplette Interview findet man für 45 Cent bei Blendle, Mathias Döpfners Antworten in ganz ähnlicher Form sicher auch in der Rubrik Pressemitteilungen auf der Website des Verbands der Zeitungsverleger. 


Altpapierkorb

+++ Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Anti-Hasskommentar-Gesetzes gebilligt. Fabian Reinbold bei für Spiegel Online: "Der Zeitschriftenverband VDZ warnt, das von Bundesjustizminister Heiko Maas geplante Gesetz gegen Hassrede sei nichts weniger als die ‚staatliche Einsetzung privater Meinungspolizei'. Selbst die Amadeu-Antonio-Stiftung, die ihrerseits gegen Hassrede im Internet vorgeht und von rechter Seite selbst als Meinungspolizei verunglimpft wird, warnt vor ‚einer faktischen Einschränkung der Meinungsfreiheit'." David Hein hat für horizont.net die Reaktionen der übrigen empörten Branchenverbände zusammengestellt. (was zuletzt geschah: Altpapier)

+++ In ihrem Projekt "Newscomer" wollen Jessica Schober, Patrick Bauer, Ann-Kathrin Seidel und Thaer Abughaush Flüchtlinge zu Lokaljournalisten machen. "Wer schreibt, der bleibt. Doch gilt das auch für Geflüchtete, die ihre eigene Geschichte schreiben wollen? In deutschen Medien liest man viel über Geflüchtete – wenig von ihnen. Sie sind Objekt, nicht Subjekt der Berichterstattung. Newscomer will das ändern. Newscomer bringt Geflüchtete in Kontakt mit Lokalredaktionen. Die Newscomer berichten in Lokalmedien aus ihrem Alltag in Deutschland." Bei Startnext sammeln sie Geld. Hier kann man sie unterstützen

+++ Und noch einmal Ausbildung. Die Mediengruppe Madsack gründet eine Journalistenschule für regionalen Qualitätsjournalismus. Eine schöne Ergänzung zum bislang weit verbreiteten regionalen Quantitätsjournalismus. Gibt's für den eigentlich auch eine eigene Journalistenschule?

+++ Der Zeitungsverleger-Verband zeichnet Deniz Yücel mit dem Theodor-Wolff-Sonderpreis aus, berichtet unter anderem dpa, hier nachzulesen bei Meedia

+++ Marvin Schade hat sich für Meedia mit ehemaligen Journalisten über ihre Erfahrungen als Pressesprecher unterhalten. Gerhard Schröders ehemaliger Regierungssprecher Béla Anda sagt zum Beispiel: "‚Besonders am Anfang habe ich in jeder Sitzung gedacht, was das für tolle Geschichten im Blatt sein würden', erzählt Anda, wenn er sich an Regierungsgespräche erinnert. 'Die Arbeit des Sprechers ist ein ständiger Spagat zwischen dem berechtigten Interesse nach Information und dem Wunsch nach Diskretion, zwischen Journalisten, die einen großen Drang nach Exklusiv-Informationen haben, und dem Bundeskanzler, der ein hohes Interesse an der Loyalität seiner engsten Mitarbeiter hat. Jedes einzelne Wort kann relevant sein.''"

+++ Thomas Knüwer in seinem Blog "Indiskretion Ehrensache" über eine Erfahrung, die wahrscheinlich jeder bloggende Journalist schon mal gemacht hat. Irgendwer meldet sich, ist ganz begeistert und möchte für kleines Geld überflüssigen "Content" unterbringen. Spoiler: Bei Thomas Knüwer ist das nicht gelungen. 

+++ Für Liebhaber: Neuigkeiten aus dem Streit zwischen Constantin Medien und der Eigentümer-Gesellschaft von Constantin Film. Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. 

+++ Die Agenturen dpa (Deutschland), AFP (Frankreich) und Ansa (Italien) arbeiten an einem Newsportal für EU-Themen, berichtet Turi2. +++ ARD und Deutschlandfunk stellen in der App "ARD Audio-Thek" Inhalte aus dem Radioprogramm zur Verfügung. Also alles "von Fiktion bis Information, von kurzen Formaten für zwischendurch bis zu längeren Hintergrundsendungen, von Kinder-und Familienangeboten bis zum klassischen Hörspiel.Nachzulesen hier in der zuständigen ARD-Pressemitteilung.  

+++ Auf der SZ-Medienseite schreibt Nadia Pantel über die französische Überraschungserfolgsserie "Baron Noir", die von Machtspielen, Skandalen und skrupellosen Politikern handelt - und für die die Realität so nett war, Modell zu stehen. Die Vorlage liefern reale Skandale. "Dass Baron Noir sich elegant an Marseille vorbei nach vorne geschoben hat, liegt möglicherweise daran, dass die Serie nicht nur auf Dauerkokserei verzichtet, sondern auch auf Zynismus. Die Handlung von Baron Noir kurz gesagt: Der sozialistische Bürgermeister von Dunkerque, Philippe Rickwaert, startet einen Rachefeldzug gegen seinen ehemaligen Mentor und Polit-Freund Francis Laugier, der ihn fallen ließ, um Präsident zu werden. Rickwaert (Kad Merad) ist getrieben, intrigant und gewalttätig. Sein Widersacher Laugier (Niels Arestrup) ist selbstgerecht, elitär und frei von Rückgrat. Und dennoch spürt man, dass es beiden irgendwann einmal nicht nur um Macht, sondern um die Sache gegangen sein muss. Ihr politischer Kampf ist ihnen ein Anliegen, nur betreiben sie ihn schon so lange, dass er ihnen zum persönlichen Kreuzzug geriet." Donnerstags ab 21.05 Uhr, Sony Channel. 

+++ Der schmierige Skandal, über den Jürgen Schmieder auf der SZ-Medienseite berichtet, ist nicht nur eine Vorlage. Er soll sich wirklich so zugetragen haben. Jedenfalls behaupten das fünf Frauen. "Die Affäre um mögliche sexuelle Belästigung beim konservativen Nachrichtensender Fox News weitet sich aus. In der vergangenen Woche hatte die New York Times berichtet, dass der meinungsstarke Moderator Bill O'Reilly fünf Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und danach gemeinsam mit dem Sender Schweigegelder von insgesamt 13 Millionen Dollar gezahlt haben soll. Er soll seine mächtige Position im Sender missbraucht und zumeist jüngeren Kolleginnen berufliche Vorteile versprochen haben, falls sie auf seine sexuellen Avancen eingehen sollten." Große Firmen wie Hyundai oder Mercedes wollen nicht mehr O'Reillys Sendung werben. 

+++ Der Fernseh-Großproduzent Ufa holt mit Thomas Laue einen Theatermann ohne Fernseher als neuen Chefdramaturgen, berichtet David Denk auf der SZ-Medienseite. Bei genauerem Hinsehen scheint das eine gute Entscheidung zu sein - jedenfalls, wenn es darum geht, Fernsehen zu machen, das die in US-Serien gewonnen Sehgewohnheiten nicht gleich wieder enttäuscht. "‚Nico Hofmann habe ihm sehr plausibel gemacht, dass er vielmehr jemanden sucht, ‚der weiß, wie man Geschichten erzählt und sich dafür begeistern kann, wie man sie vielleicht noch mal anders, besser, genauer, schneller, ungewöhnlicher, zeitgemäßer erzählen kann', sagt Laue. ‚Und das reizt mich.'"

+++ Daniel Bouhs hat sich für das NDR-Magazin "Zapp" bei den Landesregierungen umgehört und herausgefunden: "ARD, ZDF und Deutschlandradio dürfen damit rechnen, in Zukunft viele Beiträge deutlich länger als bisher auf ihren Internetseiten und in ihren Apps veröffentlichen zu dürfen." Allerdings: "Bei der Lockerung der Depublikationspflichten wollen die Länder aber die Sender auch in die Pflicht nehmen: Viele Länder erklären, dass die Urheber von externen Produktionen bei längeren Online-Veröffentlichungen auch entsprechend vergütet werden müssten."

Neues Altpapier gibt es am Freitag.