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Modepsychologie
Bunt macht glücklich
chrismon: Sie haben den Begriff "Dopamine Dressing" geprägt. Was ist damit gemeint?
Dawnn Karen: Es bedeutet, sich so zu kleiden, dass die Kleidung das eigene Wohlbefinden positiv beeinflusst. Wenn ich also einen schlechten Tag habe und dann ein farbiges Kleidungsstück oder auch nur ein farbiges Accessoire trage, kann das dazu führen, dass das Gehirn – ähnlich wie beim Sport – mehr Dopamin ausschüttet und ich mich besser fühle.
Den Begriff "Dopamine Dressing" habe ich während der Pandemie entwickelt, als die Menschen zu Hause waren und sich nach Abwechslung sehnten. Der Begriff ging auf Social Media viral: Plötzlich sah man unter dem Hashtag #dopaminedressing überall Menschen in knalligen Farben und fröhlichen Mustern.
Kleider machen also nicht nur Leute, sondern auch Laune. Funktioniert das auch in entgegengesetzter Richtung, sagen wir, wenn ich innerlich aufgewühlt bin und mich ruhiger fühlen möchte?
Neben dem "Dopamine Dressing", das auf Stimmungsaufhellung und einen Energieschub abzielt, habe ich zwei weitere Konzepte entwickelt. Das eine ist das "Serotonin Dressing". Dabei geht es darum, durch Kleidung ein Gefühl von Ruhe, Sicherheit und emotionaler Ausgeglichenheit zu fördern. Menschen greifen dann oft zu weichen Materialien, gedeckten Farben oder vertrauten Kleidungsstücken, die ihnen Geborgenheit vermitteln.
Das dritte Konzept ist der "Repetitive Wardrobe Complex". Die Idee dahinter ist, dieselben Kleidungsstücke über einen längeren Zeitraum bewusst zu wiederholen. Auf diese Weise reduzieren wir die Anzahl der täglichen Entscheidungen und schaffen Routine und Komfort. In einer Welt voller Wahlmöglichkeiten kann das entlastend wirken und mentale Energie für andere Dinge freisetzen.
Haben Sie ein Beispiel?


