Schöpfungstag: Bischof fordert mehr Umweltschutz

Schöpfungstag

Foto. ACK/Fredy Henning

Kinder beim Ökumenischen Schöpfungstag mit den Bischöfen Friedrich Weber (links) und Karl-Heinz Wiesemann (Zweiter von rechts) sowie Erzpriester Constantin Miron.

Schöpfungstag: Bischof fordert mehr Umweltschutz
Am bundesweiten Tag der Schöpfung haben die Kirchen zu mehr Umweltschutz aufgerufen. "Umwelt- und Klimaschutz ist eine Frage der Lebenschancen und der Gerechtigkeit", erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber.

Wo die Umwelt ausgebeutet werde, vermehrten und vertieften sich Konflikte, sagte Weber laut Redemanuskript am Freitag im baden-württembergischen Nagold (Nordschwarzwald). Die orthodoxen Kirchen in Osteuropa feiern seit 1989 einmal im Jahr einen "Tag der Schöpfung". 2010 proklamierte auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) beim zweiten Ökumenischen Kirchentag in München einen jährlichen Schöpfungstag.

Die Kirchen hätten lange gebraucht, um zu erkennen, dass die Verantwortung für die Schöpfung mit dem Streben nach Frieden und Gerechtigkeit unlösbar verbunden sei, sagte Bischof Weber: "Mittlerweile ist dieser Zusammenhang unübersehbar." Bodenschätze und Trinkwasser sorgten weltweit für gewaltsame Konflikte. Der Klimawandel werde diese Spannungen weiter verschärfen, wenn sich Naturkatastrophen häuften, der Meeresspiegel steige und landwirtschaftliche Nutzflächen versteppten.

Gescheiterte Beziehung zur Natur

"Wir haben begriffen, dass die Schädigung der Erde nicht nur ein praktisches, sondern vor allem ein ethisches und spirituelles Problem ist", unterstrich Weber. Das Leben der Gegenwart sei längst von der "gescheiterten Beziehung des modernen Menschen zur Natur geprägt". Der Bischof erinnerte dabei an Ölkatastrophen und die zerstörten Atomkraftwerke in Japan.

Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, sagte, der christliche Glaube entreiße Menschen dem "Wahn des unbegrenzten Wachstums". Der katholische Theologe bedauerte, dass trotz moderner Forschung und neuen Technologien eingefahrene Verhaltensweisen der Menschen letztlich unverändert blieben. Das sei etwa daran zu erkennen, wie wenig es in Politik und Wirtschaft bislang gelungen sei, sich auf wirksame Schritte zur Bekämpfung des Klimawandels zu einigen.

Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Kirche sagte, die Welt erlebe eine Wirtschafts- und Finanzkrise, eine Ernährungs- und Hungerkrise, eine moralische und ethische Krise und eine bedrohliche Umweltkrise. Christen würden eifrig um die Bewahrung der Schöpfung ringen. "Unsere Zukunft liegt in den Händen Gottes, und deswegen geht uns die Hoffnung nicht verloren", so der orthodoxe Theologe.
 

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