Kardinal Lehmann und Altbischof Huber für Reuchlin-Preis nominiert

Deutschland spricht 2019
Kardinal Lehmann und Altbischof Huber für Reuchlin-Preis nominiert
Kardinal Karl Lehmann (76) und der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber (70), sollen den diesjährigen Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim erhalten. Der Gemeinderat muss diesem Vorschlag noch zustimmen, wie eine Sprecherin des Kulturamts in Pforzheim am Dienstag auf epd-Anfrage mitteilte.

Der mit 12.500 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben und von einer Jury aus Mitgliedern der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie der Stadt Pforzheim vorgeschlagen. Die Ehrung soll am 26. Oktober in Pforzheim erfolgen.

Mit Lehmann und Huber sollen zwei Kirchenvertreter ausgezeichnet werden, die in besonderer Weise für kirchliche Reformen und den Dialog von Kirche und Gesellschaft stehen. Die nach dem aus Pforzheim stammenden Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522) benannte Auszeichnung wird seit 1955 alle zwei Jahre für herausragende deutschsprachige Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften vergeben.  Preisträger waren bisher neben anderen der Philosoph Hans-Georg Gadamer, der Politologe Dolf Sternberger, die Orientalistin Annemarie Schimmel (2001), und zuletzt der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger.

Kardinal Lehmann wurde 1936 in Sigmaringen geboren. Nach der Schulzeit studierte er von 1956 bis 1964 Philosophie und Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er ist seit 1983 Bischof von Mainz und war von 1987 bis 2008 Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, 2001 wurde er zum Kardinal ernannt. Er steht den Angaben der Jury zufolge für innerkirchliche Reformen der katholischen Kirche, für einen differenzierteren Umgang mit Geschiedenen und eine Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen.

Der 1942 in Straßburg geborene Huber studierte 1960 bis 1966 Evangelische Theologie in Heidelberg, Göttingen und Tübingen, wo er 1966 promovierte. 1972 habilitierte er sich in Heidelberg für Systematische Theologie. Von 1968 bis 1980 war er Mitarbeiter und stellvertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg. Von 1984 bis 1994 war er Professor für Systematische Theologie in Heidelberg. In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz war er von 1994 bis 2009 Bischof. An der Spitze der EKD stand Huber von 2003 bis 2009.