Mursi lehnt Gottesstaat in Ägypten ab

Mursi lehnt Gottesstaat in Ägypten ab
Ägyptens Präsident Muhammad Mursi hat ausgeschlossen, dass sein Land zu einem islamischen Gottesstaat wird. "Wir glauben nicht an einen Gottesstaat. Den Begriff der Theokratie gibt es bei uns nicht", sagte Mursi in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe).
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"Der Staat, an den wir glauben, ist ein moderner Staat, in dem die Machtübergabe friedlich verläuft, in dem Demokratie und Freiheiten herrschen", unterstrich der Präsident.

Nach der Revolution von 2011, in deren Folge die islamistische Muslimbruderschaft zu stärksten politischen Kraft wurde, solle Ägypten ein Staat werden, in dem alle Bürger die gleichen Rechte hätten, unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Religion, betonte der Staatschef. "Die Zeit der Diktatur ist vorbei", sagte Mursi, der wegen seines Amtes aus der Muslimbruderschaft ausgetreten war.

Mursi versicherte, für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt einzutreten. Christen und Frauen garantiere die neue Verfassung die gleichen Rechte wie allen anderen Bürgern. Frauen und Männer seien "zu 100 Prozent gleich". Im vergangenen November hatte der Präsident scharfe Kritik in der Presse, Teilen der Justiz und in der Opposition hervorgerufen, weil er sich per Dekret über die Justiz gestellt und mit Sondervollmachten ausgestattet hatte. Mursi bekräftigte ferner, seine Regierung werde den Friedensvertrag mit Israel respektieren.

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