Nigerianischer Umweltschützer unter Mordverdacht in Haft

Nigerianischer Umweltschützer unter Mordverdacht in Haft
Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) fordert die sofortige Freilassung des nigerianischen Umweltschützers David Ugolor, der gegen die Korruption in der Ölindustrie kämpft.

Der Aktivist und evangelische Pfarrer sei am 27. Juli unter Mordverdacht festgenommen worden, sagte die für Afrika zuständige EED-Referatsleiterin Karin Döhne am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Obwohl ein Gericht Mitte August seine Freilassung angeordnet habe, halte ihn die Polizei weiter in Haft.

"Wir befürchten, dass versucht wird, Ugolor mundtot zu machen", sagte Döhne, die den Aktivisten von mehreren Deutschland-Besuchen persönlich kennt. Dem nigerianischen Aktivisten wird Anstiftung zum Mord an einem Staatssekretär im südlichen Bundesstaat Edo vorgeworfen. "Das erscheint mir unvorstellbar", sagte Döhne. Doch unabhängig davon, wie begründet der Verdacht sein mag, befürchtet der EED, dass in Nigeria ein scharfer Kritiker korrupter Politiker zum Schweigen gebracht werden soll. "Wir sind besorgt, weil wir glauben, dass Ugolor nicht fair behandelt wird", erklärte die Referatsleiterin.

Der Nigerianer ist Direktor des "Afrikanischen Netzwerks für ökologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit" (ANEEJ). Er initiierte die Kampagne "Publish what you pay", die die Offenlegung der staatlichen Einnahmen aus der Ölförderung fordert. Der EED unterstützt seine Organisation seit langem.
 

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