Olympia-Gottesdienst: EKD-Chef für ehrlichen Beistand in Krisen

Olympia-Gottesdienst: EKD-Chef für ehrlichen Beistand in Krisen
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat zu ehrlichem gegenseitigem Beistand in Krisenzeiten aufgefordert. In Zeiten von Krisen und Katastrophen brauchten Menschen «Trost, Stärkung, Gewissheit und Zuversicht, die nachhaltig wirken», sagte er bei einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich der Olympischen Spiele am Sonntag im Deutschen Haus in London laut Redemanuskript. Billige Vertröstung und flache Sprüche bräuchten die Menschen nicht.

"Ein nachhaltiger Trost erfordert mehr als schöne Worte und Streicheleinheiten", sagte Schneider in seiner Predigt. Dazu sei ein realistischer Blick auf die Ursachen und Folgen der Krise und Katastrophe nötig, eigenes Fehlverhalten eingeschlossen. Auch bei den Olympischen Spielen erlebten Menschen Krisen und Katastrophen, sagte Schneider. Etwa wenn Sportlern ein gerade noch bejubelter Sieg per Schiedsrichter aberkannt werde oder sie die gesetzten Erwartungen nicht erfüllten und dann Spott in den Medien folge.

Manchmal sei der Erfolgsdruck so groß, dass der Erfolg zur Sinngebung der menschlichen Existenz werde und ein Versagen dem Leben Sinn und Würde raube. Schneider ist für zwei Tage Gast bei den Olympischen Spielen in London. Der Spitzenrepräsentant von rund 24 Millionen Protestanten in Deutschland will die olympische Atmosphäre einmal live erleben und den Olympia- und Paralympics-Pfarrern seine Wertschätzung bekunden. Neben Gottesdiensten sind Treffen mit Aktiven und Betreuern sowie der Besuch einiger Wettkämpfe vorgesehen.

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