Bundespräsident erschrocken über hohe Zahl von Nichtwählern

Bundespräsident erschrocken über hohe Zahl von Nichtwählern
Bundespräsident Joachim Gauck hat vor einem Verlust des Bürgersinns in Deutschland gewarnt.

"Die Zahlen der Nichtwähler erschrecken mich mehr als die Verfassungsfeinde am Rande der Gesellschaft", sagte Gauck am Donnerstagabend bei einem Bürgerempfang im Evangelischen Stift Tübingen zum Abschluss seines Antrittsbesuchs in Baden-Württemberg. Seine Horrorvision sei, dass es in 30 Jahren in der Gesellschaft "unendlich wache Konsumenten" gebe, die aber bei Wahlen nur zu einem geringen Teil entscheidungsfähig seien.

Der Bundespräsident erinnerte daran, wie wichtig die westliche Demokratie für die friedliche Revolution in Osteuropa gewesen sei. "Wir konnten uns vorstellen, freie Menschen zu sein, weil es freie Menschen gab - und nicht nur im Märchen." Gauck rief dazu auf, Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen - das sei "die schönste Gabe, die Gott uns gegeben hat".

Am Vormittag hatte der Bundespräsident im Stuttgarter Landtag zu mehr Engagement innerhalb der demokratischen Strukturen aufgerufen. Er sehe mit Sorge, dass viele engagierte Bürger "mit den Mechanismen und Formen der repräsentativen Demokratie fremdeln". Die bestehenden Möglichkeiten der Beteiligung könnten noch viel stärker genutzt werden.

Gauck lobte Baden-Württemberg als Bildungs- und Wirtschaftsstandort. Die Familienunternehmer des Landes seien "Erfolgsgaranten und Jobmotor zugleich". Der Freistaat Sachsen wäre wirtschaftlich längst auf Augenhöhe mit dem Südwesten, wäre dort die Tradition der Familienunternehmen in der DDR nicht zerbrochen worden, sagte der Bundespräsident.

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